| Heft 1 |
Tagungsbericht des Frauenkongresses "Die weibliche Stimme - für eine Politik des Herzens", der vom 21. - 25. 6. 2000 stattfand
Die Grundthese des Kongresses heißt:
"Ob es auf der Welt und in der Liebe Krieg oder Frieden geben wird, hängt weitgehend davon ab, was wir Frauen tun werden."
Diese grundsätzliche Verbindung von Politik und Liebe dürfte viele überraschen. Vielleicht ist jedoch auch das in Zukunft eine ganz alltägliche Sache?
Es wird von einem "Spektrum einer neuen Frauenfriedensbewegung" gesprochen. Eine Teilnehmerin sagt:
"Bedingung für den Frieden ist eine Gesellschaft, die offen und bereit für Veränderungen ist. Denn wir leben in Zeiten großer Veränderungen. ... daher müssen wir hinsichtlich unserer grundlegenden Werte sehr klar bleiben. Der grundlegende Wert... ist das Verbundensein als ein Bedürfnis jeden menschlichen Wesens..."
Heide Göttner-Abendroth betonte:
"Die Basis aller menschlicher Sozialordnungen ist die mütterliche Haltung. .. Die mütterliche Haltung ist die Macht des Schenkens, Schützens, Gebens, Verteilens, und es ist die Haltung, die Unterschiede der Kinder zu achten. Vielfalt ist der Reichtum der Erde ..."
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Es gibt eine Erklärung des Kongresses
"Die weibliche Stimme 2000"
in der es heißt:
"Wir, die Frauen der Welt, wollen, dass die Gewalt von der Erde verschwindet.
Wir wollen, dass Frieden einzieht in die Beziehungen zwischen den Völkern, zur Natur und in der Liebe.
Alles, was jung ist, soll eine Chance erhalten, zu wachsen und sich frei zu entfalten.
Dies ist unser politischer Wille. .."
Männer äußern sich ebenfalls, fragen z. B. "Wie waren wir damals, wir Matriarchats-Männer"?, beklagen die Ausgrenzung der Männer in früheren Frauenkongressen und begreifen das, was Frauen wollen, auch als Herausforderung an ihr Handeln.
Sabine Lichtenfels spricht von Ohnmachts- und Rachegedanken von Frauen gegenüber Männern und von den Extremen weiblicher Männerbilder: |
"Die sogenannte Emanze ist besetzt vom Kampf gegen den Mann ...
Die Geliebte ist besetzt vom Glauben an den Märchenprinzen."
Sie sagt:
"Es wird aber auf der Erde keinen Frieden geben, solange wir falschen Bildern in der Liebe folgen."
und
"Wir brauchen den Mann. Aber wir brauchen ihn weder als Tyrann, noch als Pantoffelheld, noch als Herrscher, noch in seiner alten belehrenden Rolle." |
Ein Beitrag ist von der Schauspielerin Barbara Rütting, die über "Vegetarische Ernährung für die Heilung des Planeten" spricht:
Sie sagt:
"Das Vieh der Reichen frißt das Brot der Armen.",
weist auf die Diskrepanz zwischen dem Hunger in der Welt hin, den Kosten für die Fleischproduktion und für die Behandlung von ernährungsbedingten Krankheiten in unserem Land. "100 000 Menschen verhungern täglich und unsere Frauen lassen sich das Fett absaugen. Perverser geht es doch überhaupt nicht."
Natürlich stehen noch viel mehr spannende Texte in diesem ersten Heft. |