Linker Schriftsteller und Philosoph, Jahrgang 1928 (?), der in der DDR vor allem mit seinem
"Handbuch der Heiterkeit", aber auch mit vielen anderen, teils phantastischen teils humorvollen Geschichten, die den Alltag des realen Sozialismus kritisch-heiter reflektierten, sehr bekannt war.
Besonders gefiel mir nach der Wende sein
"Mensch, wohin? - Versuch einer Kurzphilosophie der Geschichte". Darin nennt er das "Gesetz der Anpassung" das "Grundgesetz aller menschlichern Entwicklung".
Er schreibt darin auch:
"Die Zukunft des Menschen liegt in der Kultur des menschlichen Zusammenlebens. Die Kultur in den Beziehungen zwischen den Menschen ist die wesentliche Form der Kultur."
Den Weg sieht er über eine "zweite Aufklärung", in der das geistige Erbe von Sozialismus, Humanismus und Christentum zusammengeführt werden:
"Es ist bezeichnend, daß alle wesentlichen ethischen Inhalte des Christentums auf den Sozialismus deuten, aber nicht einer auf den Kapitalismus."
Er hat mir mit seiner Analyse der Gegenwart sehr viel geholfen. Unter anderem habe ich seinen Gedanken der
"Verernstung des Lebens im Kapitalismus" aufgegriffen in "
Ernst des Lebens".
Im Jahr 1996 lernte ich ihn persönlich kennen. Für meine Idee der "heiteren Zukunft" hatte er - von dem ich es doch so erhofft hatte - kein Ohr. Doch er erzählte mir einige hübsche Sachen über die Heiterkeit, zu deren Geschichte er recherchiert hatte:
in allen Kulturkreisen zu allen Zeiten haben die Menschen mit Hilfe der Heiterkeit viele kritische, ernste, problematische Lebensphasen und Probleme meistern können. Heiterkeit war auch immer ein Mittel, allzu autoritärer Obrigkeit begegnen zu können.
Die PDS hat ihn, der sie kritisierte, weil sie den Marxismus nicht schöpferisch auf die gegenwärtigen Bedingungen anwandte, irgendwann rausgeschmissen. Ich glaube, später haben sie sich korrigiert und ihn wieder aufgenommen - ein richtiger Zirkus halt, der der Verernstung des Lebens Paroli bietet...
Im Jahr 2008 ist er verstorben.