| 1. Jesus brachte eine große Hoffnung |
| Was faszinierte und fasziniert bis heute an den Ideen dieses Jesus von Nazareth? |
Dies ist keine religiöse Analyse der Lehre des Religionsgründers Jesus von Nazareth. Ich möchte versuchen herauszufinden, was an seinen Ideen in der Lage war, die Menschen seiner Zeit und bis heute so sehr zu begeistern.
Da jubeln Millionen einem alten Mann auf dem Petersplatz in Rom zu, da gehen Sekten mit seiner Idee hausieren und schaffen es, Menschen zu fanatisieren und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zweitausend Jahre nach dem Tod ihres Religionsstifters ist die Kraft seiner Lehre ungebrochen. Fast ein Drittel der Menschen heute bekennen sich mehr oder weniger intensiv zum christlichen Glauben. Alle wissenschaftliche Aufklärung der Neuzeit hat es nicht geschafft, das prophezeite Ende der Religion und des Glaubens herbeizuführen. |
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| Die Blutspur einer Idee |
Es gab sogar eine Zeit, da starben Menschen für die Ideen dieses Jesus als Märtyrer. Es gab Zeiten, da glaubten Menschen, für diese Idee hätten sie das Recht, in fremde Länder einzudringen und den Menschen dort diese Lehre mit Gewalt aufdrängen zu dürfen. Kreuzzügler und ganze Heerscharen von Missionaren strömten in die Welt, um den "Ungläubigen" ihre Heilslehren aufzudrängen. Menschen glaubten, im Namen von Jesus töten zu dürfen. Sie glaubten, sie hätten das Recht dafür.
Wenn eine Idee Menschen ein solches Rechtsverständnis gibt, ist sie dann nicht gefährlich und gehörte verboten?
Wie es aussieht, ist es äußerst wichtig, zwischen dem geistigen Gehalt einer Idee und dem Mißbrauch dieser Idee durch ihre Anhänger sehr genau zu trennen. |
Einmal warb hier in Wittenberg ein Mann um Verständnis für die Leute, die "Hexen" verbrannt hatten: die hätten doch in dem "guten Glauben" gehandelt, daß sie die Seelen dieser armen verdammten Menschen retten würden. Der Mann machte mir Angst. |
| Sinnsuche |
Es ist schwer, sich in die geistige Situation der Menschen hineinzuversetzen, in jener Zeit, als Jesus seine Lehren verkündete. Welche Wünsche, Ziele, Hoffnungen hatten sie? Welchen Sinn sahen sie in ihrem Leben? Warum eroberte Jesus ihre Herzen?
War es dieser Auferstehungsgedanke, die Hoffnung, daß nach dem irdischen Jammertal ein paradiesisches Jenseits auf sie wartete? |
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| die besten denkbaren Gedanken |
Wenn - wie Henry Drummond es nennt - das Christentum die "besten denkbaren Gedanken" der Menschheit hervorgebracht hat, dann erhebt sich eine Frage:
Nichts ist diesen Gedanken des Religionsgründers stärker entgegengesetz als die Praxis der Marktwirtschaft und des Kapitalismus. Deshalb ist das verwunderlichste am Christentum und seiner Organisation, daß es bisher nicht vermocht hat, über diese Wolfsgesetze des Kapitals hinauszuwachsen.
Müßte nicht eine Organisation wie die Kirche, die sich auf Jesus und seine Lehren beruft, die erste Kraft in der Welt sein, die nach einer Alternative zu dieser menschenfeindlichen, barbarischen Gesellschaft sucht? Müßte nicht sie die Vorreiterin auf der Suche nach der besten denkbaren Zukunft der Menschheit sein?
Was geschah und geschieht mit Menschen, die in diesem göttlichen Auftrag dachten und denken?
Was muß geschehen, damit die Kirche ihrer Verantwortung vor Gott und der Welt endlich gerecht wird und Jesus Anliegen in die Tat umsetzt? |
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| Religion als Opium fürs Volk? |
In den lateinamerikanischen Ländern wurde in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts die "Theologie der Befreiung" aus der Wiege gehoben. Theologen und einfache Christen sahen die Einheit zwischen Glauben und sozialem Engagement hin auf eine sozial gerechtere Welt. Sie verstanden das Wort Jesus dahingehend, sich in seinem Sinne einzusetzen für die Armen und Entrechteten, gegen Reichtum, Ausbeutung und Krieg. Von einer religiösen Einschläferung der Massen mit diesem "Opium fürs Volk" kann dort nicht die Rede sein.
Doch Menschen, die sich für eine Erneuerung des Glaubens, der Religion, ihres theologischen Konzepts und ihres Engagements in der Welt einsetzen, werden in der Kirche noch immer nicht gern gesehen: ich nenne Hans Küng oder Eugen Drewermann heute, ich erinnere an den Jesuitenpater Pierre Teilhard de Chardin, dessen Lebenswerk vom Vatikan lange verboten wurde, an Menschen wie den jüngst verstorbenen französischen Abbé Pierre, dessen Beispiel in der Kirche noch lange nicht Schule gemacht hat ... |
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| die tiefere Wahrheit |
In nichtbiblischen Schriften, die sich auf Jesus berufen, finden sich interessante Passagen: da spricht er davon, daß er mit seinen Jüngern in Gleichnissen und Bildern redet, weil sie die Wahrheit, die dahinter liegt, noch nicht erkennen können. Immer wieder wird darauf verwiesen, daß er trotz seiner Jugend mit einer Weisheit und einer Bestimmtheit lehrte, die die Menschen überraschte.
Hier ist (noch) nicht der Platz, auf diese tieferliegende Wahrheit der Lehren Jesu näher einzugehen. Ich will nur darauf aufmerksam machen, daß viel, viel mehr an zukunftsfähigen Gedanken dahintersteckt, als sich das ein einfacher Atheist oder Christ träumen läßt. |
Näher gehe ich auf diese Fragen in meiner Webseite www.brunhild-krueger.de ein, z. B. im Gedanken-ABC im Suchwort "Gott"
(auf Hexe klicken - Seite öffnet sich in neuem Fenster)
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