| Die Lehre von den drei Welt-Zeitaltern |
Die drei Weltzeitalter des Joachim von Fiore (um 1130 - 1202):
"Das erste Zeitalter des Vaters, das Alttestamentarische, ist geprägt von Gesetz und Gottesfurcht. Das zweite des Sohnes ist das des kirchlichen Bundes und des Buchstabenglaubens. Das dritte Zeitalter des Heiligen Geistes, das er nahe sah , ist die Zeit des Jauchzens und der Freiheit. Es bringt ein neues intuitives und symbolisches Verständnis der Schrift mit sich, das Ende der >Mauerkirche< und die Gründung von neuen kontemplativen Orden.“
Das aus meiner Sicht spannendste an dieser alten Zukunftsvorstellung ist zum einen das Eintreffen des von ihm vorhergesehenen zweiten Zeitalters mit seinem "Buchstabenglauben" - heute könnte man sagen mit seiner "Wissenschaftshörigkeit" - und zum anderen die Aussage über das dritte Zeitalter als das der Freude und Freiheit. Ich sehe seine Vision des dritten Weltzeitalters mit der Betonung der Freude als Vorläufer meiner Idee der "heiteren Zukunft".
Wenn man seine Vision aus heutiger Sicht liest, sieht man, daß er schon damals vorwegnahm, was heute allgemein "prophezeit" wird: die Überwindung der einseitig-rationalen Denkweise zugunsten des Wiedererstarkens von Intuition, Kreativität und Spiritualität. |
zitiert aus: "Alchemie & Mystik" (siehe Quellen - Alchemie)
Diese Weltzeitalter-Idee ist als Beispiel positiver Zukunfts-Schau auch in den Paradies-Bildern - siehe Paradies - erwähnt.
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| Rudolf Steiners Zukunfts-Ideal |
Auf die Frage nach einem sozialen Hauptgesetz hat uns die Geisteswissenschaft eine Antwort gegeben:
1. Das Heil einer Gesamtheit von arbeitenden Menschen ist um so größer, je weniger der einzelne den Ertrag seiner Leistungen für sich selber beansprucht, das heißt, je mehr er von diesen Erträgen an seine Mitmenschen abgibt und je mehr seine eigenen Bedürfnisse nicht aus seinen eigenen, sondern aus den Leistungen der anderen befriedigt werden. Alle Einrichtungen innerhalb einer Gesamtheit von Menschen, welche diesem Gesetz widersprechen, müssen bei längerer Dauer Not und Elend erzeugen.
Dieses Gesetz gilt für das soziale Leben mit einer solchen Ausschließlichkeit und Notwendigkeit, wie die Naturgesetze in bezug auf alle Naturwirkungen gelten. Doch genügt es nicht, wenn man es als eine allgemeine moralische Anschauung oder bloße Gesinnung pflegt. Nein, in Wirklichkeit lebt das Gesetz nur so, wie es leben soll, wenn es einer Gesamtheit von Menschen gelingt, Einrichtungen zu schaffen, in welchen niemals jemand die Früchte seiner eigenen Arbeit für sich selber in Anspruch nehmen kann, sondern wo diese möglichst ohne Rest der Gesamtheit zugute kommen. Keiner soll durch die eigene, sondern jeder sollte durch die Arbeit seiner Mitmenschen erhalten werden. Worauf es also ankommt, das ist, daß für die Mitmenschen arbeiten und ein Einkommen erzielen zwei voneinander ganz getrennte Dinge seien. |
Nebenstehenden Text habe ich irgendwo im Netz aus einer Sekundärquelle gezogen, die ich dann nicht wieder fand. Sie bezog sich auf Steiners "Geisteswissenschaft und soziale Frage" |
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Oskar Wilde
und |
Am bekanntesten sind die Märchen Oscar Wildes, vor allem die Gespenstergeschichte "Das Gespenst von Canterville". Daß er auch allgemeine Schriften verfaßt, vor allem eine über den Sozialismus, mag überraschen. Doch sehen Sie selbst - hier ein Zitat aus seiner Schrift: "Der Sozialismus und die Seele des Menschen": |
Oscar Wilde
(1856 - 1900) |
| "Der Sozialismus und die Seele des Menschen" |
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"Unter den neuen Verhältnissen wird der Individualismus weit freier, weit vornehmer, weit kräftiger sein, als dies jetzt der Fall ist. Ich spreche nicht von dem großen, in der Phantasie zur Verwirklichung gelangten Individualismus der Dichter, die ich eben nannte, ich spreche von dem großen tatsächlichen Individualismus, der in der Menschheit im allgemeinen gebunden liegt und entfaltungsmöglich wäre. Denn die Anerkennung des Privateigentums hat den Individualismus wirklich geschädigt und dadurch getrübt, so daß man den Menschen mit seinem Besitz verwechselt. Sie hat den Individualismus völlig irregeleitet. Sie hat bewirkt, daß Gewinn, nicht Wachstum, sein Ziel geworden ist. So zwar, daß die Menschen meinten, das Wichtigste sei das Haben, und nicht wußten, daß es das Wichtigste ist, zu sein. Die wahre Vollendung des Menschen liegt nicht in dem, was er besitzt, sondern in dem, was er ist." |
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siehe Quellen und
Wilde, O.
Dort findet sich ein ausführlicherer Textauszug aus O. Wildes Schrift |
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| Erich Fromm und die psychischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft |
Erich Fromm wurde vor allem durch sein "Kultbuch"
"Haben oder Sein - die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft"
berühmt.
An dieser Stelle kann ich mich kurz fassen, denn in den "Fremdtexten" habe ich eine Einführung in sein Buch gegeben, die die wesentlichen Gedanken seines Zukunftskonzepts beinhaltet.
Beachten Sie bitte, daß seine Vorstellungen und die von Oscar Wilde äußerst ähnlich sind. Man kann sagen: Fromm hat Wildes Ideen aufgegriffen und ausgestaltet. Das ist ein hübsches Beispiel für "Teamwork" von Visionären: Erich Fromm wurde in dem Jahr geboren, in dem Oscar Wilde starb. |
Erich Fromm: (1900 - 1980)
siehe Fromm, E. |
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| Josef Beuys und das künstlerisch-ganzheitliche Zukunftsideal |
In der Überschrift fragt der Artikel noch "Scharlatan oder Messias?" und
textet groß:
Eine Vision, vom Kopf auf die Füße gestellt
Von der Vision selbst erfährt man dann u. a.
daß Beuys Kunstbegriff "in seiner Ganzheitsvorstellung über alles hinausgreift, was sich bisher in der Kunstgeschichte angesiedelt hatte". Beuys stellt die seit der Renaissance "geträumte Vision von dem Künstler als Erlöser, als Visionär unzuerstörter Paradiese" auf die Füße. Beuys lebt selbst seine Erkenntnis, "daß jede Revolution
zunächst im Inneren des Einzelnen beginnt, der von seinem Freiheitsmonopol aus erst wirkliche Veränderungen bewirken kann ..."
Auch Beuys ist stark von Rudolf Steiner inspiriert worden, er hat die "Deutsche Studentenpartei" gegründet und die "Organisation für direkte Demokratie durch Volksabstimmung", er wird zum Mitbegründer der Grünen Partei, von der er sich jedoch bald abwendet, weil er von deren Kompromissen enttäuscht ist.
Dem Kapitalismus und dem Sozialismus setzt er einen "Dritten Weg" entgegen - ein "radikales, von der Kunst her konzipiertes Gesellschaftsmodell, fußend auf der Steinernschen Dreiteilung in Demokratie für das Rechtswesen, Freiheit im Geistesleben und Sozialismus in der Wirtschaft".
Was es mit Beuys´ im Artikel erwähnten
"Neubestimmung des Geld- und Kapitalbegriffs" auf sich hat, wird leider nicht näher erläutert.
Gesellschaft und Kunst stehen für Beuys offenbar als zeitlich veränderliche und veränderbare Gebilde einander nahe - der Begriff der "sozialen Plastik" - damals in diesem Artikel mir zum ersten Mal begegnet - dürfte wahrscheinlich der gedankliche Auslöser für mich gewesen sein, von der Zukunft als "wunderbarstes Kunswerk" zu sprechen, das die Menschheit je schaffen wird. (siehe die Seite " Mein Traum"). |
gefunden im ND (siehe Quellen » Zeitungen, Kürzel ND) vom 23. Januar 1996, S. 10
Der halbseitige Artikel anläßlich des 10. Todestages von J. Beuys, aus dem ich Infos übernommen habe, ist von Eugen
Blume
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