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28. 06. 2008
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Die Zukunft als Negativbild


Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  -  ?


Schon immer gab es Schreckensbilder von der Zukunft. Einige Beispiele will ich vorstellen und Antwort  suchen auf die Frage: Wer entwirft sie  - und warum?

Vorstellungen vom Paradies, Schlaraffenland und Begriffe wie "Utopie" sind geläufig, Wunschträume und  wundervolle Visionen von der Zukunft gibt es zwar, doch sie werden eher lächelnd-ungläubig zur Kenntnis genommen.
Schlimme Zukunftsvisionen ängstigen die Menschen. Gegenwärtig  haben sie Hochkonjunktur: In diversen "Endzeit-Szenarien" werden sie uns immer und immer wieder vorgeführt.
Zwischen diesen beiden Polen liegt höchstwahrscheinlich ein machbarer Weg in ein "best-mögliche" Zukunft, den es zu finden gilt. Vielleicht kann auch die Analyse der "Unkenrufe" dabei helfen.

Hier die Übersicht einiger Endzeit-Voraussagen:

 
  Das verlorene "Goldene Zeitalter" - kommt es zurück?
  Apokalyptische Visionen und ihr Sinn
  Friedrich Engels und die Physiker sagen das Ende voraus
Werden und Vergehen - eine kleine Endzeitphilosophie: Ist ein "glückliches Ende der Menschheit" denkbar? ("Omega-Punkt" bei Pierre Teilhard de Chardin)
  Ist der Mensch unfähig zum "Gut-Sein"?  Ist wirklich sein "Dichten und Trachten  böse von Jugend auf"? - Sind aus diesem Grund positive Zukunftsbilder "undenkbar"?
 
Goldenes Zeitalter
Es ist jetzt etwas schwierig, denn das "Goldene Zeitalter" gehört sowohl hierher als auch in die "Paradiesbilder".
Im Zusammenhang mit der Weltentstehungsmythologie (Chaos, Titanen, Giganten, Gaia, Zeus usw. ) wird auch das „Goldende Zeitalter“ erwähnt:
„Kronos übernahm die Weltherrschaft. Unter seinem Regiment, berichtet Hesiod, (Werke und Tage, 109 – 120) habe ein paradiesischer Urzustand der Menschheit, das Goldene Zeitalter geherrscht, in dem es Mühsal, Krankheit und Unterdrückung nicht gab und die Menschen in Frieden und wie Götter lebten.
Unter Zeus verschlechterten sich die Zeiten. Es entstand das Silberne, dann das Bronzene Zeitalter, in dem die Menschen Waffen schmiedeten und sich damit bekämpften. Vor das letzte, das Eiserne Zeitalter, seine Gegenwart, schaltete Hesiod ein Heroenzeitalter ein, noch gerechter und besser als das vorangegangene Bronzene; es war das Zeitalter, in das der Trojanische Krieg und die Eroberung Thebens fielen. Dieser Vorstellung von einer abwärtsgerichteten Menschheitsentwicklung wird im Mythos von Prometheus widersprochen. Als zurückgekehrtes Goldenes Zeitalter verherrlicht die politische Propaganda des Augustus und die von ihm beeinflußte Dichtung die Augusteische Zeit; als soziale Utopie und Traum von einem gesellschaftlichen Zustand des Friedens und Wohlstands, der Gleichheit aller Menschen und des Gemeinguts wurde der alte Mythos in der Zeit des Humanismus wieder aufgegriffen.“

Mit anderen Worten: bereits die ersten Vorstellungen von einer abwärtsgerichteten Entwicklung der Menschheit erzeugten Widerspruch. Das "Goldene Zeitalter" wurde aus der Vergangenheit hervorgeholt und  entstand als neue Zukunftsvision.
aus „Geflügelte Worte“
siehe Quellen
Apokalyptische Visionen und ihr Sinn
Während Jesus in seinen  Predigten und Lehren den Menschen Hoffnung machte, daß ihr Leben einen Sinn hat, daß es ein "gutes Ende" geben würde, zog Johannes, der Täufer, mit zur Umkehr mahnenden schreckenauslösenden Zukunftsvisionen durchs Land.
Noch war man der Meinung, das "menschliche Sinnen und Trachten ist böse von Jugend auf" und wollte - angesichts der verheerenden Folgen von Bosheit, Falschheit, Lüge und Verrat, Egoismus und Bereicherungssucht - die Menschen mahnen, doch die Folgen ihrer Handlungen zu bedenken. Also zeigten einzelne auf, welche Folgen zu erwarten wären, wenn Menschen in diesem rücksichtslosen Verhalten weiter fortfahren.
In der Bibel gibt es an vielen Stellen solche und ähnliche Schilderungen: die Menschen werden  von Gott bestraft, wenn sie ihr Verhalten nicht ändern:
- Vertreibung aus dem Paradies,
- Sodom und Gomorra, wo Gott die Städte mit Pech und Schwefel vernichtete
- die Sintflut, die alle Menschen tötete, die nicht gottgefällig waren ....
- bis hin zu den apokalyptischen Visionen des Johannes.

Künstler haben sich mit Vorliebe auf diese Geschichten gestürzt und sie mit phantasievollen Bildern den Menschen noch schrecklich-erschreckender vorgeführt.
Nun haben Menschen gelegentlich einen Hang, sich zu gruseln (siehe das Märchen von einem, der auszog, das Gruseln zu lernen), vielleicht liegt darin die Faszination solcher Schreckensbilder.
Man kann sich sagen, daß es einem ja viel besser geht als den Betroffenen - und das stärkt das Lebensgefühl, egal in welcher Situation man sich befindet, ungemein.
 
Friedrich Engels
Doch die Geschichten und Vorhersagen  der Bibel kann man glauben oder nicht. Wenn dann jedoch ein Philosoph kommt, der das Ende sehr logisch-rational begründet, wenn dann Physiker mit wissenschaftlichen Methoden  das Ende vorhersagen, dann wird es schon bänglicher für den Normalmenschen.
Friedrich Engels schrieb in seiner "Dialektik der Natur":
siehe Quellen
und     
"... - wir haben die Gewißheit, daß die Materie in allen ihren Wandlungen ewig dieselbe bleibt, daß keines ihrer Attribute je verlorengehen kann, und daß sie daher auch mit derselben eisernen Notwendigkeit, womit sie auf der Erde ihre höchste Blüte, den denkenden Geist, wieder ausrotten wird, ihn anderswo und in anderer Zeit wieder erzeugen muß."
 

 

die Physiker
Die Physiker im ausgehenden 18. / beginnenden 19. Jahrhundert "bewiesen" mittels neuester Erkenntnisse, daß es zum thermischen Gleichgewicht im Kosmos kommen muß, dem sogenannten "Wärmetod".
Heute werden ähnliche Voraussagen über ein nach dem Urknall sich ausdehnendes und wieder zusammenziehendes Universum gemacht, bei dem letztendlich alles, was wir aus der materiellen Welt kennen, zum Stillstand oder direkten Untergang kommen soll.

Beide Vorstellungen betreffen uns zwar nicht direkt, denn sie werden erst für eine sehr, sehr später Zukunft prophezeit. Doch irgendwie können sie einem trotzdem den Spaß am Leben vergällen: wenn die Menschheit keine Zukunft hat - und sei es in Millionen Jahren - wozu lebt sie dann heute und wozu lebe ich?
Werden und Vergehen - eine kleine Endzeit-Philosophie: Ist ein glückliches Ende der Menschheit denkbar?
In der Philosophie des Seins liegt dieser Widerspruch begründet:
Nur etwas, das nicht erschaffen oder geschöpft wurde, also ohne Anfang ist, hat auch die Chance, ewig-endlos zu existieren.  Wenn jedoch etwas einen Anfang hat (Schöpfung oder Urknall, Geburt oder Start), dann hat es immer notwendig auch ein Ende (Untergang, Tod, Ziel). Alles im Raum Endliche ist auch in der Zeit endlich. In diesem Sinne  ist es natürlich und logisch und verständlich, daß es Endzeit-Vorstellungen gibt, die mit einem katastrophalen Ende verbunden sind. Ein "glücklicher Ausgang", ein "glückliches Ende" zu denken, fällt natürlich schwer, wenn man sieht, daß der normale Lauf der Dinge eben mit der Zerstörung des Objekts einhergeht. Ein Autowrack ist nun einmal kein "glückliches Ende" eines Autos, eine Ruine kein Ziel für ein Haus und der Anblick einer Leiche weckt normalerweise auch keine Glücksgefühle.
Im Materialismus, in der Philosophie, die die Materie sozusagen "geistfrei" betrachtet, ist ein "glückliches Ende"  generell unvorstellbar.

Deshalb  ist ein "glückliches Ende der Menschheit"  ebenfalls überhaupt nicht vorstellbar: der Untergang der Menschheit sollte gleichzeitig etwas Wundervolles, etwas Schönes sein? Das ist widersinnig.
Wenn der Untergang andererseits gewiß ist, dann  hat es doch keinen wirklichen Sinn, zuvor noch eine "schöne Zukunft" für die Menschheit zu konzipieren, sich auszudenken oder gar zu versuchen, sie zu realisieren?

Trotzdem hat es diese Vorstellungen gegeben, daß ein "glückliches Ende", ein "guter Ausgang der Geschichte", ein  im wahrsten Sinne des Wortes "Happy-End" denkbar ist. Ich will jetzt nur zwei Personen nennen unter den vielen, die sich über dieses "gute Ende der Menschheit " Gedanken gemacht haben: Jesus und Pierre Teilhard de Chardin.
Jesus lehrte, daß nach dem physischen Tod nicht Schluß ist, sondern es auf einer geistigen Ebene weitergeht.
Pierre Teilhard de Chardin wandte den Evolutionsgedanken auch auf die soziale Entwicklung des Menschen und auf die Entwicklung des Kosmos an und kam so zu der Erkenntnis, daß alles von einem  in der Zukunft liegenden "Omega-Punkt" her   bestimmt ist, alles Sein in diesem End-Punkt seine Erfüllung finden wird.
Ich werde die Gedanken  der beiden noch an verschiedenen Stellen meiner Webseiten aufgreifen.
Zu Pierre Teilhard de Chardin und sein Buch
"Der Mensch im Kosmos"
gebe ich eine erste  Einführung in
www.die-besten-gedanken.de

Hier der Link auf die Seite:
Zur WEB-Seite www.die-besten-gedanken.de, die Seite über Teilhard de Chardin

Ist der Mensch "böse von Jugend auf"?
Müssen "realistische" Zukunftsbilder in letzter Konsequenz eine schlimme Zukunft voraussagen, weil der Mensch von Natur aus "böse" ist?

Es heißt in der Bibel, daß das "Dichten und Trachten des menschlichen Herzens böse ist von Jugend auf".   Wenn das wirklich unvermeidbar ist, wenn das "Gutsein" nicht "normal" ist im Sinne, daß es "genetisch angelegt" ist oder doch zumindest durch Erziehung, Bildung, Vorbild und durch Einsicht in seine soziale Zweckmäßigkeit erreichbar ist  - dann muß sich die "heiteren Gesellschaft" fragen, wie sie mit Bosheit, Hinterlist, Heimtücke, Egoismus usw. umgehen wird.

Dieser Frage gehe ich im Thema "Freiheit und Moral" nach: Denn das Motto der heiteren Gesellschaft lautet aus meiner Sicht:
"Jeder kann machen, was er will - oder es versuchen." - und das könnte durchaus den  Anschein erwecken, daß ich damit meine, die zukünftige Gesellschaft würde sozusagen der Willkür Tür und Tor öffnen. Doch das Motto ist eigentlich ganz anders gemeint ...
Bitte sehen  Sie hierzu auch in 
Freiheit+Moral und in die von dort aus weiterführenden Seiten.


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