1. Ideen bewegen - Ideen verbinden
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Diesen Abschnitt schreibe ich aus einem einzigen Grund: In der Gegenwart scheint es keine große Idee mehr zu geben, die die Kraft hat, viele Menschen über längerer Zeit zu bewegen, sie zu gemeinsamen Handeln zusammenzuführen.
Die Gegenwart "lebt" von der Idee der Zukunfts-Losigkeit und der Zukunfts-Angst, von der Verabsolutierung der Gegenwart: Arbeit, Leistung, Geld, Konsum und Konkurrenz sind ihre Eckpfeiler.
Diese Eckpfeiler werden in die Zukunft extrapoliert: wer nicht arbeiten kann, wer kein Geld hat, dem steht eine furchtbare Zukunft bevor: die Angst vor der Zukunft wird individualisiert und als Angst vorm Altern (Pflegenotstand, Einsamkeit, Rentenkürzungen, ... ) heftigst geschürt.
Da bleibt kaum die Möglichkeit, über die Zukunft als Gemeinschaftsaktion nachzudenken, da kann gar keine verbindene Idee mehr entstehen ... - oder doch? |
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| 2. Ist Zukunft chaotisch oder determiniert? |
Viele Zukunftsvorstellungen polarisieren sich entweder in fatalistisch-deterministischer oder in chaotisch-unberechenbarer Einseitigkeit.
Entweder wird eine Vorhersage
mit dem Kriterium der Unausweichlichkeit belegt ( das betrifft mit Vorliebe die apokalyptischer "Vorhersagen" des Welt- oder Menschheits-Untergangs) oder es wird prinzipiell eine Unvorhersehbarkeit behauptet und für unmöglich gehalten, Aussagen von wissenschaftlichem Wert über Zukunft treffen zu können. Beide Varianten treffen sich jedoch in einem Punkt: sie implizieren wesentlich eine ganz bestimmte Zukunftsvariante: daß "nichts Gutes zu erwarten" sei.
Diese beiden Pole suggerieren nur eines: daß es sinnlos sei, nach einer alle Menschen verbindenden Idee für Zukunftsgestaltung zu suchen...
Ich wage den Versuch, in der Mitte zwischen beiden Polen eine Vorhersage über Zukunft zu machen und diese mit wissenschaftlichen Aussagen zu belegen, die die Rahmenbedingungen für Zukunft sehr wohl eingrenzt, Zukunft in gewissen Grenzen also vorhersehbar macht, gleichzeitig jedoch dem freien Handeln der Menschen praktisch keine äußeren Grenzen mehr setzt: Vorhersagbarkeit und Unvorhersagbarkeit in einem.
Meinen Gedanken, herauszufinden, was die "beste denkbare Zukunft der Menschheit" sein wird, halte ich - um es gleich vorweg zu nehmen - für kräftig genug, viele Menschen zu begeistern. Denn kann es eine schönere Herausforderung an ein denkendes Gehirn geben?
Doch zuvor lohnt es sich, einmal in der Geschichte nachzusehen, welche Ideen bisher Menschen bewegen konnten, sich für sie einzusetzen. |
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| 3. Wie lassen sich Ideen verbinden? |
Seit Jahren frage ich mich, was die einzelnen geistigen und politischen Ströme verbinden kann. Ich suche das allen bisherigen guten Ideen Gemeinsame. Ich will herausfinden, warum Ideen wie die nationalsozialistische Einfluß auf Menschen gewinnen konnten.
Das Christentum ist zersplittert, lebt mehr von Gewohnheit der Menschen als von der Begeisterung. Es gibt viele Menschen, die sich für eine menschliche Zukunft einsetzten wollen, doch sie sind "atomsiert" - jeder hält seine Zukunftsvision für die einzig seligmachende und findet keinen Weg der Zusammenarbeit mit den Vertretern anderer Ideen.
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| 4. Vorurteile und Elitebewußtsein |
Es ist mitunter kaum zu glauben: da sind viele Menschen mit gleichen und ähnlichen Zielen, doch sie kommen nicht zusammen: der eine ist Christ, der andere Atheist, der eine verwendet einen für ihn positiven Begriff, den der andere verabscheut oder mit negativem Inhalt belegt. Da paaren sich Stolz auf das eigene Weltbild mit Dünkel gegenüber den Weltbildern anderer. Es ist ja so schön, wenn man sich zu einer geistigen, religiösen oder wissenschaftlichen Elite zählen kann, sich für etwas "besseres" als andere Menschen halten kann.
In all diesen Vorurteilen, in so einem Elitebewußtsein ist es heute kaum vorstellbar, die verschiedenen Strömungen doch noch "auf einen Nenner" bringen zu können. Ist es unmöglich oder gibt es einen Weg? |
Seien wir realistisch, wagen wir das Unmögliche.
Che Guevara
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| 5. Ist ein Konsens möglich? |
Oder:
Wo ist die Idee, die alle Menschen zusammenführen kann?
Wenn viele im Grunde doch ähnliche Vorstelllungen haben, können sich - so glaubt man - doch Wege finden, diese auch gemeinsam umzusetzen? Ist es denkbar, daß alle Menschen "eine Sprache sprechen"? Gibt es so etwas wie einen "kleinsten gemeinsamen Nenner" für die Zukunftsinteressen der Menschen? |
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| 6. Angst und Gefahr sind kein "kleinster gemeinsamer Nenner" |
Es gibt ein Thema, von dem man vermuten könnte, daß dieses geeignet ist, den Konsen herbezuführen:
Die gemeinsame Angst vor dem selbst heraufbeschworenen und möglichen Untergang der Menschheit.
Ist das
der "kleinste gemeinsame Nenner", ist das das mögliche Ziel, dem alle - unabhängig von ihrer bisherigen Orientierung - zustimmen können?
Auf den ersten Blick könnte es so scheinen. Doch dieses Ziel reicht eben nicht, gemeinsam die Zukunft der Menschheit zu gestalten.
Ein einfacher Gedanke macht das deutlich:
Gesetz den Fall, es gelänge, die heute drohenden Gefahren zu bannen - was würde dann passieren? Der alte Streit würde wieder aufbrechen.
Angst und Gefahren als "Konsensstifter" sind zu wenig - sie sind destruktiv, meist sogar lähmend statt aktivierend. Sie sind als "kleinster gemeinsamer Nenner" untauglich! |
Ich denke, erst mit einer konstruktiven, aktiven Zukunfts-Vorstellung, einem "posiviten Minimalziel" ist es möglich, gemeinsames Handeln zu bewirken.
Aus meiner Sicht ist dieses "Minimalziel" die "heitere Zukunft", die "heitere Gesellschaft".
Heiterkeit entkrampft, macht unterschiedliche Auffassungen erträglicher, hilft bei Mißverständnissen wieder aufeinander zugehen zu können. |
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| 7. Toleranz und Sympathie |
Die "heitere Zukunft" ist kein Zukunftsplan, der vorschreibt, wie die Zukunft zu gestalten ist, sie ist eine METHODE, mit der gemeinsame Zukunftsgestaltung machbar sein könnte. Mit ihr könnten wir Interessenkonflikte AUSHALTEN lernen, solange wir sie noch nicht lösen können. |
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So lange diese "heitere Grundhaltung" noch nicht möglich ist, ist es vielleicht möglich, einander mit mehr Toleranz und Sympathie zu begegnen, einander auch zuzuhören und nicht nur laut die eigenen Parolen zu schreien, um andere übertönen zu können? |
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| 8. Spuren-Suche |
So mache ich mich jetzt auf den Weg, die Spuren zu suchen, die Ideen in der Geschichte hinterlassen haben - wenn Sie Lust haben, folgen Sie mir ins nächste Kapitel - direkt ins " Paradies"... |
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