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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Reichtum
Kein Schlaraffenland in Sicht - wie sich zukünftiger Umgang mit materiellem Besitz bereits heute zeigt

Geben ist seliger als nehmen.*

Wir leben in einer Überflußgesellschaft,  die ihren Überfluß  mit den Mitteln und Methoden der Mangelgesellschaft verteilt.

Die Verteilung des materiellen Reichtums verschlingt gegenwärtig mehr Zeit als die Produktion desselben. Die Verteilungskriterien werden zum Hindernis für den Fortschritt insgesamt.
     Deshalb ist es für eine gesunde Wirtschaft und ein gesundes Sozialwesen dringen erforderlich, neue Verteilungskriterien und neue Organisationsformen der Verteilung des Reichtums zu finden.  Einige dieser neuen Ideen und Initiativen werde ich auf dieser Seite nach und nach vorstellen:
1. Freiheit statt Vollbeschäftigung  - eine Initiative engagierter Menschen für ein bedingungsloses Grundeinkommen
  2. Das Verschwinden des Eigentums - ein Buch von J. Rifkin
* Paulus erwähnt diesen Ausspruch von Jesus im NT, Apg 20, 35 (ausführliches Zitat - siehe Bibel )

1. Freiheit statt Vollbeschäftigung
 
Eine der grundsätzlichen revolutionären Veränderungen in den vergangenen 20 Jahren ist die unglaubliche Steigerung der Arbeitsproduktivität. Die Zeit zur Erarbeitung der Güter und Dienstleistungen, die im normalen Leben normaler Menschen benötigt werden, ist so gering, daß sie nach Minuten meßbar wäre. Berechnungen ergeben, daß eine wöchentliche Arbeitszeit von 5 Stunden (!) genügen würde, alle diese Bedürfnisse zu befriedigen. Damit erleben wir den Übergang weg von der Arbeit als Zwang und Notwendigkeit hin zur Arbeit als Betätigungsmöglichkeit und Herausforderung.
Voraussetzung, diesen Wandel effektiv und mit höchstem Nutzen für alle Bürger zu vollziehen ist die
bedingungslose Einführung eines Grundeinkommens bzw. Bürgergeldes.
siehe auch die "Ökonomie des Schenkens" in
Ideensuche
  Diese Idee öffentlich zu machen ist das Anliegen der folgenden Initiative:

"Freiheit statt Vollbeschäftigung".

siehe: www.FreiheitStattVollbeschaeftigung.de 

Auf ihrer Webseite stellen sie sich so vor:
Aufmerksam wurde ich auf diese Initiative durch die Sendung "Menschen bei Maischberger" vom 13. 2. 2007 in der ARD, in der auch Thomas Loer, einer der Initiatoren zu Wort kam
 
Wer wir sind
Im Dezember 2003 sind wir - Ute Fischer (Soziologin, Unna), Axel Jansen (Amerikanist, Frankfurt), Stefan Heckel und Sascha Liebermann (beide Soziologen, Köln und Frankfurt) und Thomas Loer (Soziologe, Bergkamen) - mit einer Plakatierungsaktion in Frankfurt am Main an die Öffentlichkeit getreten. Auf dem Plakat waren unsere Thesen zur Diagnose der gegenwärtigen Lage und unser Lösungsvorschlag zu lesen.
Nach langjähriger akademischer Beschäftigung mit Fragen, die mit der Krise der Arbeitsgesellschaft im Zusammenhang stehen, hielten wir es als Bürger für notwendig, in der öffentlichen Debatte um Reformen Stellung zu nehmen. Wir sind bemüht, durch Beiträge in Zeitungen und im Fernsehen, durch Vorträge und Podiumsdiskussionen die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens zu verbreiten.
 
  Ihre Thesen lauten:  
 
1. Arbeitsleistung zur Grundlage der Teilhabe am Wohlstand zu machen, ist gerecht, solange Wohlstand überwiegend durch menschliche Arbeitskraft erzeugt wird. Heute aber wird menschliche Arbeitskraft mehr und mehr durch "Maschinen" (Automaten, Computersoftware) ersetzt.
Halten wir dennoch an der ausschließlichen Verteilung von Einkommen über Arbeitsleistung fest, führt das entweder zu steigender Arbeitslosigkeit oder zu sinkenden Einkommen.

2. Der Wohlstand unseres Landes ist der Wohlstand aller Bürger. Er geht auf die Leistungen aller Bürger zurück, auch auf die Leistungen vorangehender Generationen.
Deshalb gebietet es die Gerechtigkeit, alle Bürger an diesem Wohlstand zu beteiligen.

3. Unser Wohlstand ist das Ergebnis erfolgreicher Innovationen. Innovationen steigern die Produktivität und befördern die Wertschöpfung: Sie ermöglichen es, Arbeitsabläufe zu automatisieren und menschliche Arbeitskraft einzusparen.
Arbeitslosigkeit ist kein Zeichen von Armut, sondern ein Ausdruck der Produktivität und des Vermögens unseres Landes.

4. Verzicht auf Innovationen ist Verzicht auf Wohlstand und damit auf Freiheit von unnötiger Arbeit.
Freiheit der Bürger ist auch Freiheit von unnötiger Arbeit, die durch programmierbare Automaten verrichtet werden kann.

5. Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger zur Arbeit zu zwingen, mißtraut ihrer Gemeinwohlbindung und schränkt die bürgerlichen Freiheiten ein.

6. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß Arbeitslose und Arbeitnehmer für die wirtschaftliche Produktivität unseres Landes bestraft werden.
Sie werden gezwungen, ihre Arbeitskraft zu sinkenden Löhnen und Gehältern bei reduzierter sozialer Absicherung zu verkaufen, obwohl ihre Arbeitskraft nicht mehr benötigt wird.

7. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung hat zur Folge, daß Bürger - ohne Not - dauerhaft zu Tätigkeiten gezwungen werden, die automatisierbar sind. Automatisierbare Arbeit ist ersetzbare Arbeit; ersetzbare Arbeit kann nicht sinnstiftend sein.
Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung geht somit für eine steigende Anzahl von Bürgern mit dem Verlust beruflicher Sinnstiftung einher.

8. Das Festhalten am Ziel der Vollbeschäftigung zieht eine Verschwendung von Lebenszeit der Bürger nach sich, weil sie an geisttötende, unwürdige Arbeiten gebunden werden. Die Zeit wird sinnlos "abgesessen" und kann nicht für sinnvolle Tätigkeiten genutzt werden; die Würde des Menschen wird mißachtet.

9. Wenn Würde und Integrität von Menschen nicht mehr die oberste Richtschnur politischer Entscheidung sind, wird das politische Gemeinwesen in seinen Grundfesten erschüttert.

Wir schlagen vor:
Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger ...

... stärkt die Familie. Sie kann sich der Erziehung und der Fürsorge für ihre Kinder widmen, ohne sich um ihre Einkommenssicherung zu sorgen.

... fördert Innovation in allen gesellschaftlichen Bereichen und ermöglicht die dazu erforderliche Muße. Innovative Ideen können frei entwickelt werden, ohne daß sie vom Absatz an einem Markt abhängig sind.

... stärkt die Unternehmen. Sie können automatisieren, ohne sich Sorgen um entlassene Mitarbeiter zu machen. Sie können auf leistungsbereite Mitarbeiter setzen, denn Erwerbsarbeit wird freiwillig geleistet.

... stärkt die Volkswirtschaft. Unproduktive Industrien und Wirtschaftszweige müssen nicht mehr subventioniert werden.

... ermöglicht einen umfassenden Abbau von Bürokratie, auch in den Sozialsystemen. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ersetzt weitestgehend bestehende Sozialleistungen.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle Bürger stärkt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, und gibt ihnen die Freiheit dazu.

Ute Fischer, Stefan Heckel, Axel Jansen, Sascha Liebermann, Thomas Loer
 
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2. Das Verschwinden des Eigentums
 
Es mag erstaunen,  im Rahmen des Themas Reichtums vom "Verschwinden" des Eigentums zu reden. Dieser Gedanken von J.  Rifkin verdient eine ausführliche Betrachtung und Vorstellung.  Im Verlag Zweitausendeins wurde sein Buch im Jahr 2004 in einem "Merkheft" (dem aller zwei Monate erscheinenden Katalog des Verlages) so angekündigt:
Gandhi:
Die Welt hat genug für die Bedürfnisse, aber nicht genug für die Gier aller Menschen.
 

Access. Das Verschwinden des Eigentums
von Jeremy Rifkin
„Access“ - Zugriff, Zugang: das ist die Formel des kommenden Zeitalters. Der rasche Zugriff auf Ideen, Güter, Dienstleistungen zählt heute bereits mehr als dauerhafter und schwerfälliger Besitz. Entertainment, Lifestyle, Abenteuer werden immer mehr zur Ware. Der Berater mehrerer Regierungen, Jeremy Rifkin („Das Ende der Arbeit“), entwirft ein umfassendes Bild des neuen Zeitalters. er „analysiert scharf wie kein Zweiter“ (SZ), was die New Economy für Menschen und Gesellschaft bedeutet, wie die Ökonomie die Grundlagen unserer Zivilisation manipuliert und wie sich Alltagsleben, Arbeit, Freizeit, Konsumverhalten bereits drastisch verändert haben. Und er wirft einen Blick in die Zukunft, auf eine Welt, in der möglicherweise alles, was wir brauchen, nur noch als bezahlter Service erhältlich ist. „Eine faszinierende, überaus spannende Reise in die virtuelle Welt des Hyperkapitalismus!“ (Süddeutsche). „Ein aufrüttelndes Buch“ (E. U. von Weizsäcker). 424 Seiten, Broschur. Statt 9,90 Euro nur 2,50 Euro, Nr. 12917.

(Hervorhebungen im Text von mir - B. K.)
Dieses Buch würde ich gern ausführlicher in den Fremdtexten vorstellen, habe jedoch selbst keine Zeit, es zu lesen. Ich kann mich  vorerst nur auf diese spärlichen Informationen beziehen, aus denen ich jedoch entnehme, daß Rifkin genau den verkehrten, den uneffektiven Weg geht: Er geht von der wachsenden Rolle des Geldes als Verteilungsinstrument aus.  Genau andersherum kann aus meiner Sicht jedoch nur Effektivität  (geringster Aufwand) für die Verteilung des Reichtums der Welt erreicht werden.

Noch mal der Text von oben, leicht gekürzt:
Wir verteilen Überfluß mit den Methoden der Mangelgesellschaft.

Geld ist eine Methode,  eine zu geringe Menge an Bedarfsgüter so zu verteilen, daß einen  Anteil daran nur der erhält, der über ausreichend Gegenleistung (Geld) verfügt. Wer kein Geld hat, kann wichtige Dinge zur Bedürfnis-Befriedigung nicht  kaufen. Viele Menschen können sich dadurch elementarste Bedürfnisse nicht mehr ausreichend befriedigen. Ich weiß, wovon ich rede - ich lebe von Hartz IV.
Solange nicht genug da ist, hat  es vielleicht Sinn, äußere Verteilungsbeschränkungen, auch mittels Geld, zu schaffen.  Wo der Überfluß vorhanden ist, kann nur  freiwillige Selbstbeschränkung (siehe z. B. Triebe und Freßtrieb) auf Dauer die Lösung sein.

Hierbei habe ich noch nicht den gigantischen Aufwand heutiger Verteilungsregularien erwähnt: ich schätze, er allein verschlingt das Leistungsvermögen (gemessen in Arbeitszeit) von ca. der Hälfte der in Deutschland Tätigen.
 
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