| 1. Räuber- und-Gendarmen-Spiele |
In den 90er Jahren war der Einfluß der Frauen in der Welt ständig gewachsen - bis zu jenem verhängnisvollen 11. 9. 2001. Seitdem haben es die Frauen wieder schwerer, ihre Sichtweise auf Weltgeschehen und auf die kleinen Alltagsdinge öffentlich zu machen. Zu stark stehen Terroristen, Weltgendarmen, Sicherheitskräfte, Vergewaltiger und Soldaten im Rampenlicht der Medien. Frauen spielen in diesem "Räuber-und-Gendarmen-Spiel" auch mit - als Opfer.
Ich möchte mit dieser Bemerkung vom "Räuber-und-Gendarmen-Spiel" Gewalt und Terror nicht verniedlichen. Ich will jedoch auf das Problem aufmerksam machen, daß die heutige Politik noch immer nach den gleichen Regeln funktioniert wie dieses "Kleine-Jungen-Spiel": der eine ist der "Gute", der hat die Macht, der andere ist der "Böse" und versucht, dem Guten die Macht wegzunehmen - oder andersherum. Wenn erwachsene Männer es weiter spielen (müssen) oder glauben, es wäre nötig, es zu spielen, dann sind sie - um im übertragenen Sinne eine Bemerkung von Erich Fromm zu verwenden - im "vorpubertären Entwicklungsalter stehengeblieben" - oder steckengeblieben. Zumindest führen sie sich nicht wie vernünftige Erwachsene auf!
Deshalb ist es gar keine Frage der "Gleichberechtigung", wenn gefordert wird, daß Frauen im 21. Jahrhundert das Sagen haben werden. Das ist buchstäblich eine Frage des Überlebens der Menschheit geworden. Es geht einfach darum, daß die echten weiblich-mütterlichen Handlungsstrategien AUCH IN DER POLITIK UND WIRTSCHAFT (!) ohne diese Kampf-Spiele auskommen können.
Jetzt höre ich natürlich schon einige Erwiderungen, die auf die Fähigkeit von Frauen anspielen, sich in der Männerwelt mit Methoden der Männer zu behaupten: es gibt sie wirklich, diese "Mannweiber" - in geringer Zahl und die meisten Frauen halten nichts von ihnen - als Soldatinnen, Mit-Terroristinnen, als Sicherkeitskräfte, gewisse (gewissenlose) Politikerinnen, Wissenschaftlerinnen, Managerinnen usw.
Doch das ist nicht der Platz der Frauen in der Geschichte der Menschheit. Wir Frauen - denke ich - haben besseres zu tun. |
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| 2. Petra Joy |
Sie macht Pornofilme für Frauen, "art porno". Porno meint, es wird nicht so getan, es ist echt, was dort passiert - und es ist trotzdem ein Spiel vor der Kamera. Es sind Laiendarsteller, die "es" mit und aus Spaß machen. Trotzdem sind es keine "echten" Pornos, wie Männer sie machen und sehen wollen.
Wieso sind ihre Pornos in meinen Augen "Keime des Neuen"?
Petra Joy wehrt sich gegen das Strickmuster, die Machart, die stupide Rumvögelei in den Männerpornos, die immer nur mechanisch den Geschlechtsakt ab-"arbeiten".
Sie zeigt in ihren Pornos die Phantasien der Frauen, eigene und solche, die sie erzählt bekommt. Wie es aussieht, klaffen zwischen männlichen und weiblichen Phantasien noch Welten. Ihre Pornos sind kreativ, verspielt, der Sexakt ist Teil des Spiels, der Orgasmus nicht das einzige Ziel: "Der Weg ist das Ziel" gilt auch hier: Gemeinsamkeit, Zärtlichkeit, Kuscheln, Schmusen, Streicheln (z. B. mit Federn und anderen Hilfsmitteln), Sinnlichkeit im wahrsten Sinne des Wortes: alle Sinne einsetzen, entfalten, trainieren, entwickeln und genießen ...
Es ist die pralle Lebenslust und Freude, die in diesen Filmen ausgelebt wird. Das paßt gut in eine "heitere Zukunft", deshalb denke ich, daß auf lange Zeit diese Art der Darstellung von Sexualität den Rammel-Pornos den Rang ablaufen wird und daß immer mehr Männer mit der Zeit auch lernen werden, ihre Fähigkeit zur Zärtlichhkeit und Phantasie zu entwickeln. |
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| 3. In Afrika - die unendliche Geduld der Frauen |
In Afrika werden kleine Mädchen oft noch "verschnitten". Das meint, ihre Genitalien werden verstümmelt. Einmal wurde im Fernsehen (arte) eine Frau vorgestellt, die gegen diese Verstümmelungen kämpft. Sie kämpft nicht mit der Waffe, sie bedroht diejenigen nicht, die die kleinen Mädchen quälen. Seit Jahren zieht sie von Dorf zu Dorf und redet mit den Menschen. Zuerst redet sie mit den älteren Männern, die das Sagen haben, dann bezieht sie immer mehr ein - die alten Frauen, die jungen Männer, schließlich alle im Dorf. Geduldig erklärt sie, warum das Beschneiden nicht gut ist, warum es aufhören muß damit. Sie geht wieder und läßt den Menschen im Dorf Zeit, untereinander in Ruhe zu reden, nachzudenken. Sie kommt wieder, sie geht wieder .... - Schließlich beschließen die Menschen des Dorfes, ein Fest zur Abschaffung des Beschneidungsrituals zu feiern.
Gefragt, wie viel Zeit vergeht zwischen dem ersten Gespräch und dem Fest, sagt sie: im Durschnitt sind es fünf Jahre...
Was für eine Engelsgeduld! Wie einfach wäre es hingegen, ein Gesetz zu erlassen, das Beschneidungen verbietet. Das würde Strafen und Kontrollen nach sich ziehen, das Dorf vielleicht zerstören - und trotzdem würde es in fünfzig Jahren noch immer Beschneidungen geben ... |
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| 4. Die weibliche Stimme |
Es gibt auch Keime, kleine Pflänzchen, die werden wieder zertreten, oder ihre eigene Kraft reicht nicht, sich durch die Dürre zu quälen, die gerade herrscht: sie sterben wieder, gehen ein, lassen ein Gefühl von Verlust und Trauer zurück. Diese Frauenzeitschrift gehört zu den Keimen des Neuen, die es noch nicht geschafft haben, sich zu großen, starken Pflanzen zu entwickeln. Ihr voller Name war:
Die Weibliche Stimme - Für eine Politik des Herzens |
mehr Infos in
Quellen
bzw.
weibl. Stimme |
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| 5. Ein Hauch einer Hoffnung |
Dieser kurze Augenblick in den schnell vorbeihuschenden Bildern und Worten, die zeigten, wie koptische Kirchen brennen in Ägypten, war so schnell vorbei, daß ich das Bild erst Minuten später erfaßt hatte:
Ich hatte soeben wieder einen wundervollen "neuen Keim" gesehen:
Zwei Frauen auf einer großen Plakatwand in typisch orientalischer Tracht und in der Ecke oben ein Zeichen: ein Halbmond, der sich um ein Kreuz (das christliche Kreuz) schmiegt:
ein Aufruf von Christinnen und Musliminnen zu Religionstoleranz.
Die Reporter machten eine Bemerkung, die ich in dem Augenblick als herablassend bis abfällig empfand. Sie hatten nichts verstanden: Nicht die brennenden Kirchen sind das Sensationelle - die sind "uralt" und "alltäglich" in dem Sinne, daß es zu oft Nachrichten dieser Art gibt: in Endlosschleifen werden wir mit diesen immer gleichen Bilder zugedröhnt. |
Es war - glaube ich - am 22. 11. 2006 in einer Sendung des TV-Senders "Phoenix". |
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Die Sensations-Nachricht - das sind die Frauen, die trotz der brennenden Kirchen hoffen, es könnte eine Verständigung der Religionen und Kulturen geben! |
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| 6. Wir weigern uns, Feinde zu sein! |
Schon einmal, vor Jahren, hatte ich von einer ähnlichen Initiative gelesen:
"Wir weigern uns, Feinde zu sein!" ist ein Versuch von palästinensischen und jüdischen Frauen, in ihrer Region zu erreichen, daß die Feindschaft und der Krieg beendet werden.
Es spricht nicht für unsere Kultur, daß solche Beispiele so wenig öffentlich gemacht werden! Ich fand diese Information wieder nur in der "Weiblichen Stimme". So etwas gehört wiederholt und immer wieder an erste Stelle in die Nachrichten! Denn:
Das Beispiel sollte "Schule machen"! |
z. B. in Heft 3 der "Weiblichen Stimme" - siehe weibl. Stimme
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| 7. HAGIA - ein Frauenprojekt in Deutschland |
In den Essaybänden von Heide Göttner-Abendroth wird dieses Projekt, dieser Verein vorgestellt, die
"HAGIA Akademie und Coven für kritische matriarchale Forschung und Erfahrung e. V."
Die Idee entstand 1986, war angelegt als Projekt zur Erforschung der matriarchalen Kultur. In diesem Forschungsprojekt geht es nicht nur um das Wissen, es geht um die Veränderung der Persönlichkeit, die mit diesem Wissen einhergeht.
Deshalb koppeln der theoretische und der praktische Teil eng aneinander, spielen Selbsterfahrung und die Verbindung von geistigen, seelischen, künstlerisch-praktischen und ökonomisch-praktischen Prozessen eine wesentliche Rolle.
In dem Text fallen Worte, die ich hier nur beispielhaft in den Raum stellen möchte:
- Ganzheitlichkeit
- "heitere Effektivität"
- Erlangen der natürlichen Vielseitigkeit des Menschen
- matriarchale Mysterienspiele
- politische Spiritualität usw.
Diese Begriffe werden aus männlicher Sicht und sicher auch aus der Sicht vieler Frauen schwer zu verstehen sein. Das liegt im Wesen der Sache: Neues Wissen geht immer auch methodisch-erkenntnistheoretisch über bisherige Formen des Erkennens hinaus. Neues Wissen denken zu können verlangt auch neue Methoden des Denkens. Diese müssen angeeignet werden, will man die neuen Gedanken verstehen. Das sogenannte "weibliche Denken" ist eine solche neue (alte) Art und Weise des Denkens und Erkennens.
Die öffentliche Wahrnehmung dieses Projektes wird - wie bei so vielem Neuen - getrübt durch "Vorurteile in den patriarchalen Wissenschaften". |
siehe
Quellen
weiter Infos über die Matriarchats-Forscherin finden sich auch in >
weibl. Ideen |
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| PS: Über Frauen, die versuchen, bei den Männer-Macht-Spielen mitzumischen |
Merkel bleibt laut «Forbes»-Rangliste mächtigste Frau der Welt
Berlin (dpa) - Bundeskanzlerin Angela Merkel bleibt nach einer neuen Rangliste der US-Zeitschrift «Forbes» die mächtigste Frau der Welt. Auf Platz 2 folge die chinesische Vizepräsidentin Wu Yi, teilte das Magazin mit. Die amerikanische Außenministerin Condoleezza Rice, die von Merkel im vorigen Jahr an der Spitze der 100er-Rangliste abgelöst worden war, fiel von Platz 2 auf Rang 4 zurück. Es ist das vierte Mal, dass «Forbes» eine Liste der mächtigsten Frauen erstellte.
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arcor - Newsticker:
30.08.2007, 23:50 Uhr |
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