www.heitere-zukunft.de  - Startseite  »  Weg und Ziel  » Keime des Neuen   »  Politik
15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
Einladung Inhalt Neues Allgemeines ABC Zukunft atomisierte Welt
Arbeit + Spiel Mensch - Sein Beziehungen Vererben+Lehren Freiheit + Moral Heiterkeit Weg + Ziel
Weg + Ziel
Ideen-Geschichte
Keime des Neuen
Menschheit
Politik
Frauen
Reichtum
Alles mögliche
Unmögliches
 
Politik
Zukunftsfähiges in Regierungsentscheidungen



Auch politische Entscheidungen der Mächtigen in vielen Ländern weisen bereits auf Zukunftsfähiges hin.
Viele Menschen, die nach Alternativen zur gegenwärtigen Politik und Wirtschaft suchen, die nach einem Ausweg aus den sich zuspitzenden Problemen und nach einer machbaren Zukunft suchen, sehen in  Regierungen, Länderbündnissen, in den offiziellen Parteien ihre Feinde.  Hier wird oft "schwarz-weiß" gesehen, anstatt positive Ansätze aufzugreifen, zu popularisieren und zu unterstützen. Statt immer nur "gegen" zu sein, wäre viel mehr erreichbar in der Unterstützung der vielen guten Ansätze, die es schon gibt.
In   einigen Ländern auf der Welt hat - relativ unbemerkt von unseren Medien und Politikern  - bereits vieles begonnen,   das einen guten Weg in die Zukunft zeigt. Ich will nach und nach positive - und falls unvermeidbar auch negative - Beispiele für zukunftsfähige Politik zusammenstellen. Hier die ersten:

1. Lateinamerika - Kontinent der Zukunft?
  2. China - Hoffnung oder Gefahr für die Menschheit?
1. Lateinamerika - Kontinent der Zukunft ?
Ich erlaube mir an dieser Stelle, aus einem Alt-Kommunisten-Blatt zu zitieren, dem "Rotfuchs". Denn  ich finde es interessant, daß es für die Kommunisten  nach wie vor ein Rätsel ist, daß Fortschritt auch ohne Kommunisten zustande kommen kann.  Die Entwicklung in der Welt folgt  nicht ihrem Bild, ihrer Theorie - und das ist schon ein sehr hoffnungsvolles Zeichen.

Klaus Steiniger schreibt  unter der Überschrift:
"Castros Saat geht auf"
u. a.:
 
 
"Aber Lateinamerika ist für die Fortschrittskräfte in der Welt zu einem Kontinent der Hoffnung geworden.
Als neue Erfahrung erweist sich die Tatsache, daß der Impuls zur Gesellschaftsveränderung in Ländern wie Venezuela, Bolivien, Ekuador und Nikaragua nicht in erster Linie von deren mutig kämpfenden kommunistischen Parteien ausgegangen ist, sondern von breitgefächerten sozialen und politischen Bewegungen, die nur zum Teil marxistisch beeinflußt sind. Dabei ist das anfeuernde Beispiel solcher Persönlichkeiten wie Venezuelas Hugo Chávez - eines Militärs, dessen engster Berater niemand anderes als Fidel Castro ist - , Boliviens Evo Morales, der die indianische Komponente einbringt, des namhaften Ökonomen und Chávez-Freundes Rafael Correa aus Ecuador und des alten sandinistischen "Schlachtrosses" Daniel Ortega aus Nicaragua von hohem Wert.  Diese vier lateinamerikanischen Präsidenten haben sich fest untergehakt, um den vom Norden Amerikas und  der inneren Reaktion ausgehenden Gefahr zu trotzen.  ...
Der gläubige Katholik Chávez läßt sich immer stärker von marxistisch-leninistischen Gedanken leiten, die er mit seinen christlichen Überzeugungen verbindet. Er ist zur Erkenntnis gelangt, daß eine revolutionäre Avantgardepartei unabdingbar ist. Sie soll alle vorwärtsstrebenden Kräfte der Gesellschaft vereinen ...."
aus dem Rotfuchs Nr. 110 vom März 2007, S. 1
Hervorhebungen von mir - B.K.
- siehe auch
Quellen
 
Mir gefällt an dieser Einschätzung vor allem, daß sie zeigt, daß gesellschaftlicher Fortschritt  nur möglich ist, wenn "breitgefächerte soziale und politische Bewegungen" aktiv sind, unabhängig von sozialen, religiösen oder weltanschaulichen Orientierungen. Sie zeigt auch, daß Europa wohl nicht mehr so sehr Fortschrittsträger der Menschheit ist wie viele immer noch glauben.

Mit anderen Worten: man muß überall suchen, ohne auf irgendwelche  Schubfach-Beschriftungen zu sehen, wenn man die "Keime des Neuen" erkennen will, man muß ohne Vorurteile und Schablonen an die Frage gehen:

Was ist gesellschaftlicher Fortschritt und wie setzt er sich durch?
 
2. China - Hoffnung oder Gefahr für die Menschheit?

Vor langer, langer Zeit, als die DDR noch nicht gestorben war, erzählte man sich dort  diesen politischen Witz. Hintergrund war vor allem das gespannte Verhältnis zwischen der damaligen UdSSR und der Volksrepublik China:
Was wird in 50 Jahren über die DDR in einem Lexikon stehen? - Antwort: kleines zänkisches Volk an der Westgrenze Chinas.

Eine andere   Bemerkung war, daß die Chinesen planen, die Weltherrschaft zu erringen: Wenn die mit ihrem ganzen Volk gegen den Rest der Welt Krieg führen - und alle anderen kommen um, aber 10 000 Chinesen überleben, dann haben sie erreicht, was sie wollen.

Mein Vater hatte in den 50er Jahren einmal mit Chinesen zusammengearbeitet. Er warnte mich, daß man bei denen vorsichtig sein müsse: "Die klauen mit den Augen." Sie fragen nicht, sie zeigen nicht, was sie verstanden haben, aber sie sehen alles, meinte er.

Noch Anfang der 60er Jahre war das Verhältnis zu China in Ordnung - aus Sicht der DDR: in meiner "Muttersprache" (das Lehrbuch für den Deutschunterricht) las ich Heldengeschichten über den kleinen Mao-Tsetung (so wurde der Chinesenboss damals bei uns geschrieben): am besten in Erinnerung geblieben ist mir die Geschichte, wo er und sein Bruder im Auftrag des Vaters ein Erbsenfeld abernten sollen. Der Bruder sucht sich die Fläche, wo wenig Erbsen hängen und hat nach einer bestimmten Zeit eine riesige Fläche abgeerntet. Der Vater will schon den kleinen Mao Tsetung kritisieren, doch dann zeigt der seine eingesammelten Erbsen vor - es waren ja so viele mehr als die des Bruders.

Mit anderen Worten: es gab eine Zeit, da wurde China als fortschrittliches Land  angesehen.  Dann, als es ökonomisch erstarkte und seine Macht gegenüber der Sowjetunion ausprobierte, soll es einige sehr gefährliche Grenzkonflikte gegeben haben, die von sowjetischer Seite dank überlegener Waffentechnik entschieden wurden - aber fortan war die Grenze zwischen China und dem restlichen sozialistischen Lager von einer Mauer  markiert, die noch wesentlich dicker und höher und undurchdringlicher war als das berühmte Bauwerk.

Und niemand wußte so recht, was die Chinesen in all den Jahren machten, aber viele dachten sich ihr Teil und begannen sich zu fürchten: was würden wir von den Chinesen eines Tages zu sehen und zu hören bekommen? Gutes konnte es wohl nicht sein....

 
 

Zufällig fand ich irgendwo den Spiegel Nr. 3. 2007, der ab S. 84  als Leitthema darüber schrieb:
"Funktioniert der Kommunismus doch?"
Es war die Rede von der "Rotchina-AG", von der "Sozialistischen Marktwirtschaft mit chinesischen Merkmalen", vom Ziel einer "harmonischen Gesellschaft", einer Idee, die von Konfuzius (der früher in Rotchina verpönt war) entlehnt war. Vor allem war aber zu lesen, daß China in seiner Warenproduktion im Jahr 2005 Frankreich und Großbritannien überholt hat und nun nach den USA, Japan und Deutschland auf Platz 4 steht.
Muß nun die USA genauso bangen wie die Sowjetunion vor 30 Jahren?

Vielleicht wird China zum Beispiel und zum Förderer vieler kleinerer Staaten, die zur Zeit noch dem Weltgendarm ausgeliefert sind?  Was ist wohl schlimmer - eine Welt unter dem Diktat der USA oder  unter dem Diktat Chinas?

Nun gut, Deutschland stellt sich darauf ein - immer mehr junge Menschen fangen an, chinesisch zu lernen.

 
nach oben
www.heitere-zukunft.de /   Weg und Ziel / Keime des Neuen / Politik,   Version 1b