| 1. Sinnkrise |
Die Unzufriedenheit mit den gegenbenen Lebensumständen und Perspektiven wächst gerade unter den jungen Menschen. Nicht alle finden lohnenswerte Alternativen. Bei vielen regiert der Frust, die Zukunftsangst, die Einsamkeit, das "Leben in den Tag hinein". Sie finden diverse Parolen, in denen sie dieses Lebensgefühl bzw. diese Lebensangst kompensieren oder ausdrücken:
- "easy going-life"
- "no risc - no fun"
- "jung sterben"
Mit anderen Worten, Zukunftsangst, wenn nichts gegen sie unternommen werden kann, wandelt sich in Gleichgültigkeit gegenüber der Zukunft, auch der eigenen. Einige Beispiele, in denen sich diese Krise zeigt, werde ich auf dieser Seite nach und nach zusammenstellen. Die Sinnkrise zeigt zwar, daß diese heutige Gesellschaft nicht zukunftsfähig ist, doch bietet sie keine wirklich machbaren Alternativen. Deshalb geht es auch gar nicht um Beispielsammlung für ein Phänomen, das überall sichtbar ist, sondern um folgende Fragen:
Was kann die Gesellschaft tun, der Jugend und damit sich eine lebenswerte Zukunft anzubieten?
Wie können Jugendliche aus dieser Krise wieder herausfinden? ... |
Die Regierung sieht einen Weg: durch Verschärfung der Jugend-Strafen. |
|
| 2. Kriminalität als Protest? |
Eine Form dieser Angst und Einsamkeit
wird in Gruppen mit kriminellen Aktionen kompensiert. Ich kenne zwei junge Männer aus einer solchen Gruppe, die hier im Umfeld von Wittenberg nicht nur gestohlen, sondern auch in übelster Weise eine Zerstörungswut abreagiert haben: in Schulen und Sportlerheimen richteten sie in wenigen Wochen einen Gesamtschaden von fast 100 000 Euro an. Der Schock, den sie Lehrern und Kindern zufügten, ist in dieser Zahl nicht erfaßbar. Die Öffentlichkeit ist empört über das Verhalten dieser jungen Männer. Einer von ihnen hatte vor längerer Zeit, kurz nach dem Lehrabschluß, einen Unfall und ist nun schwer gehbehindert. Deshalb verlor er seine Arbeit. Er saß den ganzen Tag in seiner Wohnung, ohne Sinn und Ziel - und ohne Hoffnung, sein Leben aus eigenen Kräften beeinflussen zu können. Als ich ihn nach 5 Monaten Untersuchungshaft, in denen er 15 kg Gewicht verloren hatte, fragte, was sein sehnlichster Wunsch sei, sagte er, er wünsche sich eine richtige Freundin. Welches Mädchen könnte einen jungen Mann wie ihn wohl lieben?
Das Gericht verhängte Bewährungsstrafen und "Strafarbeit", unbezahlte gemeinnützige Arbeit. |
Natürlich war die Öffentlichkeit über die unerklärliche Milde der Strafen empört! Deshalb wird sie jetzt froh sein, wenn die Regierung fordert, solche Jugendlichen länger "wegzusperren". |
| |
| 3. Gegen-Gedanken |
Was tut man nicht alles, um dem Neuen das Wasser abzugraben, den Menschen die Lust auf Neues zu nehmen.
So suggeriert man z. B. eine "gesellschaftliche Unlust am Neuen", ein "Risiko innovativen Denkens".
Was für Leute sind das, die sich hinter diesem "man" verstecken?
|
|
|
| 4. RAF-Terroristen |
Vorsicht ist geboten!
Im Jahr 2007 waren die verurteilten RAF-Terroristen und ihre mögliche Begnadigung verstärkt im Gespräch. Dabei hat einer, dieser Christian Klar, der auf Begnadigung hofft, etwas gesagt, das Empörung ausgelöst hat:
"Empörung über Klars Wortwahl" ist der Kommentar von Stefan Sauer überschrieben. Darin kann man lesen:
"Klar hatte die Hoffnung geäußert, dass die Zeit jetzt gekommen sei, »die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden und die Tür für eine andere Zukunft aufzumachen « .... Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte: »Er hat nichts dazu gelernt, weder in der Sprache noch im Kopfe. « Der SPD-Politiker fügte jedoch hinzu: »Die Ansichten eines Menschen sind nie entscheidend, sondern seine Taten.« Unterdessen überprüft der baden-würtenbergische Justizminister ..., ob geplante Hafterleichterungen rückgängig gemacht werden sollen - eben weil dessen Worten neue Taten folgen könnten....
Der Staatsrechtlicher Ulrich Battis sieht für die Begnadigung keinen Anlass. »Die Regierungen des Westens werden von Klar als Verbrecher dargestellt. Das ist ein Rückfall in die Begrifflichkeit und das hermetische Denken der RAF. «
Also, es ist Vorsicht geboten: denn wenn die philosophisch und ökonomisch, kulturell und ökologisch begründbare Erkenntnis, daß die heutige Gesellschaftsform historisch überlebt ist, öffentlich geäußert wird, dann kann es passieren, daß man in eine Ecke mit Terroristen gestellt wird.
|
Ich beziehe mich auf einen Kommentar in der MZ
vom 28. 2. 2007, S. 6
PS.: Über eine der geistigen Grundlage dieses Terrorismus als extremer Zuspitzung des in der Wissenschaft (Physik) vorherrschenden "männlichen" Denkprinzips ("Stein", actio = reactio, Gewalt und Gegengewalt usw.) schreibe ich ausführlicher in meiner WEB-Seite www.eine-weibliche-physik.de:

Deshalb bleibt es an dieser Stelle bei der kurzen Erwähnung des untauglichen Mittels Terrorismus für Zukunftsgestaltung. |
| 5. In die Zukunft gedacht |
Wenn Sie hören, es gibt eine Ausstellung, die sich nennt "In die Zukunft gedacht", dann erwarten Sie sicher, dort etwas zu finden, was in diese Webseite gehört? So ging es mir jedenfalls. Irgendwo im Radio hatte ich den Titel aufgeschnappt (es wurde erwähnt, daß diese Ausstellung nur noch bis zum 14. 7. 2007 im Flora-Park in Magdeburg zu sehen ist) und danach gegoogelt. Die erste Adresse war:
www.bmas.de - das Bundesministerium für Arbeit und Soziales.
Ho, dachte ich, sollten die eine Ausstellung machen über mögliche Perspektiven von Arbeit und Sozialleben in Deutschland in der Zukunft? Weit gefehlt - wenn ich die eigenartig-spärlich-aufwendigen Dokumente richtig interpretiere, ist es eine Ausstellung zum Arbeits- und Sozialleben in Deutschland seit dem Mittelalter.
Ei, ei, wer hätte das gedacht, daß man einer Geschichtsausstellung diesen Titel geben kann. | Aus den Texten, die ich mir angesehen habe, konnte ich nicht entnehmen, warum diese Ausstellung so heißt. Falls e jemand weiß, wäre ich sehr an einer Auskunft interessiert. |
|