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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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ernst + heiter
 
Spaß
die verkehrte Heiterkeit

Die Spaßgesellschaft ist in meinen Augen keine Vorwegnahme der "heiteren Zukunft" in der Gegenwart.  Sie ist eher die Pervertierung des Heiterkeits-Triebes, des Bedürfnisses nach Freude und  Frohsinn.
Sie ist  die peinliche und kulturlose  Variante dieser Trieb-Befriedigung, denn sie nimmt den Menschen ihre Würde.

Wie ich das meine, will ich nur  mit wenigen Aussagen (s. u.) veranschaulichen. Daß ich dabei Herrn Sloterdijk zu Wort kommen lasse, bedeutet nicht, daß mich mit diesem Herrn auch sonst etwas verbindet.  Doch er hat ein Wort geprägt, das die Spaßgesellschaft  am treffendsten charakterisiert: Amüsierfaschismus.
   
Amüsierfaschismus?
 Zitat:
"... »Amüsierfaschismus«, wie Peter Sloterdijk sagt..."

Sloterdijk genießt eine  Art Narrenfreiheit, er darf extrem zuspitzen in seiner Gesellschaftskritik. Denn offenbar wird er nicht sehr ernst genommen. Zumindest spüre ich keine Wirkung dieser kritischen Spiegelung der Gegenwart.

Das Wort "Amüsierfaschismus" hat es in sich und es lohnt sich durchaus, darüber nachzudenken....

In dem Artikel ging es um die  gerade so erfolgreiche Sendereihe "Big Brother" und um die Menschenwürde.  Aber das sei nur am Rande erwähnt. Es ging auch um die Rolle des Fernsehens heutzutage - und nun bringe ich noch ein Zitat:

"Das Fernsehen hat, wie der Kommunikationswissenschaftler Jo Reichertz behauptet, in Konkurrenz zur Kirche quasi religiöse Funktionen übernommen: in der Ritualisierung des Alltags, in der tröstlichen Verlässlichkeit und ständigen Verfügbarkeit, in Beratung und Lebensbegleitung, in Beichte und Absolution ..."

Das Untröstliche an dieser Aussage ist, daß sie fünf Jahre alt ist und die Zustände seitdem noch schlimmer geworden sind:
Kichershows statt Humor, Gelächter statt Freude, Albernheiten statt geistvoller Bonmots.

In dem Artikel fallen Stichworte wie:
          Blödelkultur
          Kultfigur
          Menschenwürde
Allein beim nochmaligen Lesen des Artikels wird mir übel - ich habe keine Lust, jetzt mehr darüber zu schreiben.
Diese Formulierung habe ich gefunden in  der evangelischen Politik-Zeitschrift "Publik-Forum" vom 10. 10. 2001
Der Artikel von Johanna Haberer stand unter dem Thema: "Spaßgesellschaft"
Der Mensch als Spielball für den Anderen
Fernsehen in der Spaßgesellschaft: Wie der Tabubruch das Spiel verdirbt und den Zuschauer zur Ware macht.
 
vielleicht ein andermal mehr...
PS.: Noch ein nachdenkenswerter Gedanke: Irgendwo meinte jemand im Zusammenhang mit der "Fun-Gesellschaft", wie die Spaßgesellschaft offenbar inzwischen heißt:
 
 
„Es ist eh alles zu spät...!“
 
 
Das  zwang mich, über das Lebensgefühl derer nachzudenken, die sich so sehr dieser Spaßgesellschaft  hingeben: ist diese "Fun-Gesellschaft" der letzte Tanz vor dem Weltuntergang, der Versuch, die Augen zu verschließen vor eine Zukunft, die nicht lebenswert und die unausweichlich erscheint, hilflos ihr ausgeliefert? Ist sie Anzeichen der Angst,  ist sie die lachende Maske des einsamen und tieftraurigen Menschen?
 
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