Zitat:
"... »Amüsierfaschismus«, wie Peter Sloterdijk sagt..."
Sloterdijk genießt eine Art Narrenfreiheit, er darf extrem zuspitzen in seiner Gesellschaftskritik. Denn offenbar wird er nicht sehr ernst genommen. Zumindest spüre ich keine Wirkung dieser kritischen Spiegelung der Gegenwart.
Das Wort "Amüsierfaschismus" hat es in sich und es lohnt sich durchaus, darüber nachzudenken....
In dem Artikel ging es um die gerade so erfolgreiche Sendereihe "Big Brother" und um die Menschenwürde. Aber das sei nur am Rande erwähnt. Es ging auch um die Rolle des Fernsehens heutzutage - und nun bringe ich noch ein Zitat:
"Das Fernsehen hat, wie der Kommunikationswissenschaftler Jo Reichertz behauptet, in Konkurrenz zur Kirche quasi religiöse Funktionen übernommen: in der Ritualisierung des Alltags, in der tröstlichen Verlässlichkeit und ständigen Verfügbarkeit, in Beratung und Lebensbegleitung, in Beichte und Absolution ..."
Das Untröstliche an dieser Aussage ist, daß sie fünf Jahre alt ist und die Zustände seitdem noch schlimmer geworden sind:
Kichershows statt Humor, Gelächter statt Freude, Albernheiten statt geistvoller Bonmots.
In dem Artikel fallen
Stichworte wie:
Blödelkultur
Kultfigur
Menschenwürde
Allein beim nochmaligen Lesen des Artikels wird mir übel - ich habe keine Lust, jetzt mehr darüber zu schreiben. |
Diese Formulierung habe ich gefunden in der evangelischen Politik-Zeitschrift "Publik-Forum" vom 10. 10. 2001
Der Artikel von Johanna Haberer stand unter dem Thema: "Spaßgesellschaft"
Der Mensch als Spielball für den Anderen
Fernsehen in der Spaßgesellschaft: Wie der Tabubruch das Spiel verdirbt und den Zuschauer zur Ware macht. |