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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Volksweisheiten
 
 
 
Volksweisheiten
Gute Gedanken über Erziehung, Lehren und Lernen und über den Umgang mit Jüngeren

Gib einem Hungrigen einen Fisch und er ist für einen Tag satt.
Lehre ihn das Fischen und er kann sich selbst versorgen.

Auf dieser Seite will ich gute Gedanken, Sprüche, Volksweisheiten, Anekdoten und ähnliches sammeln über den Umgang mit  Kindern und  Jugendlichen, über das Lernen und Lehren.

Die ersten Gedanken drehen sich um :
  1. Sprichwörter aus anderen Erdteilen
2. Die Geschichte vom besten Vater der Welt
1. Sprichwörter aus anderen Erdteilen
 Für die Erziehung eines Kindes braucht´s ein ganzes Dorf.
(afrikanisches Sprichwort)
In der Sendung wurde eine ergänzende Bemerkung gemacht:
"Und dort werden die Mütter nicht ins Nachbardorf zum Arbeiten geschickt.")
erwähnt in der Sendung "Menschen bei Maischberger" in der ARD am 17. 4. 2007
 
Behandle dein Kind bis zum 3. Geburtstag wie einen König,
dann bis zu seinem 15. Geburtstag wie einen Diener,
aber danach behandele es als Freund.
Dieses sinngemäß wiedergegebene Sprichwort fand ich zu DDR-Zeiten in einer Zeitschrift. Es stammt aus eine Sowjetrepublik, ich weiß nicht mehr, aus welcher, vermutlich einer asiatischen.
2. Der beste Vater der Welt
Ein Mönch, ein buddhistischer, saß vor seiner Einsiedelei. Da trat eine Frau zu ihm, die ein kleines Kind auf dem Arm trug und sagte: „Hier, du bist sein Vater.“
Der Mönch Erwiderte: „Ist es so?“ – nahm das Kind und die Frau ging fort.
14 Jahre später kam die Frau wieder und sagte: „Gib mir das Kind zurück, du bist nicht der Vater.“
Da erwiderte der Mönch: „Ist es so?“, gab ihr das Kind und die Frau ging fort.
Geschichte aus China oder Indien oder einem anderen asiatischen Land, ich weiß nicht mehr, wo ich sie gelesen oder gehört habe.
Meine Gedanken  zu dieser kleinen Geschichte
Warum hat mir diese Geschichte in den Jahren, seitdem ich sie gelesen habe, keine Ruhe gelassen? Immer wieder habe ich mir vorgestellt, was in dem Mönch vorgegangen sein mag.
Warum hat er nicht am Anfang gesagt: „Das kann nicht sein, daß ich der Vater bin.“
Warum hat er am Ende nicht gesagt: „Du hast kein Recht mehr auf dieses Kind, jetzt gehört es mir.“ - ?

Was hätte es gebracht, wenn er am Anfang gesagt hätte, das sei nicht sein Kind? Die Frau wollte  oder konnte es  doch offensichtlich nicht selbst versorgen. Sie hatte den Mönch ausgewählt, daß er für das Kind sorgen sollte. Wahrscheinlich deshalb, weil sie annahm, daß ihr Kind bei dem Mönch am besten aufgehoben sei.

Den Streit hätte das Kind miterlebt  und in der Zeit, die es gedauert hätte, vielleicht noch vor Gericht weiterzustreiten, wäre das Kind nicht gut versorgt gewesen. Der Mönch dachte also an das Kind, als er nicht herumstritt und es zu sich nahm.

Am Anfang war das Kind  eine  große Last für den Mönch. Sein freies Leben war eingeschränkt. Das Kind brauchte Nahrung, bessere, als der Mönch sie sich gönnte, es brauchte Unterhaltung, es brauchte Trost in der Nacht ...
Der Mönch änderte sein ganzes Leben, um dieses fremde Kind zu versorgen.
Er pflegte es, als es krank war, er entdeckte mit ihm die Welt neu, er unterrichtete es in allem, was er selbst konnte. Er begann, dieses fremde Kind immer mehr zu lieben. Schließlich konnte er sich ein Leben ohne dieses Kind nicht mehr vorstellen. Und da kam diese Frau wieder und nahm ihm das Kind weg.

Für den Mönch war es ein riesiges Unglück.
Aber der Mönch wußte auch, daß auch jetzt ein Streit vor dem Gericht der Frau recht gegeben hätte. Also stritt er nicht. Denn er wußte auch, daß das Kind nicht immer bei ihm leben konnte, es musste wieder hinaus in die Welt, unter Menschen. Der Mönch wußte: Wenn das Kind ihn liebte, würde es irgendwann wiederkommen.

Der Mönch hatte alles getan, was dem Kind wohltat. Mehr konnte er jetzt für das Kind nicht tun. Der Mönch haßte Streit, er haßte böse Worte, und er wollte nicht, daß das Kind sie zu hören bekam.

Der Mönch war der beste Vater der Welt – er hatte nur daran gedacht, was gut und wichtig für das Kind war.
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