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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Freiheit und Moral
Heißt es in Zukunft "Jeder kann machen, was er will..." ?

Die Maxime: "Jeder kann machen, was er will - oder es versuchen." als Ideal  der Freiheit in einer zukünftigen heiteren Gesellschaft wird zur Diskussion gestellt.
(5. These, ich nenne sie die "theologische", des Konzepts der "heiteren Zukunft")

Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muß.
aus "Faust, Der Tragödie zweiter Teil", fünfter Akt, Fausts letzte Worte
Johann Wolfgang v. Goethe*

In diesem Kapitel untersuche ich das Zusammenspiel von individueller Freiheit und Verantwortung für die Gemeinschaft und die Frage nach den  gesellschaftlichen Spielräumen für die Entfaltung individueller Fähigkeiten. In einem Unterabschnitt beschäftige ich mich mit der sozialen Funktion von Religionen (geplant).


Wer kann heute schon  "machen, was er will?" Denkt man genauer über diese Frage nach, erkennt man, daß selbst die Mächtigen dieser Welt - oder vielleicht gerade diese -  völlig  bestimmten "Handlungszwängen" bzw. "Sachzwängen" ausgeliefert sind. Die Vorstellung, daß es in Zukunft möglich sein könnte, daß jeder machen kann, was er will, erscheint auf den ersten Blick als völlig irrsinnig, aberwitzig, realitätsfremd, naiv, ....

Wenn ich trotzdem diese  Zukunfts-These "Jeder kann machen, was er will" aufstelle, geben Sie mir bitte  die Möglichkeit, die Hintergedanken vorzustellen. Es geht um die alte Frage nach dem, was wir tun: Was wir tun können, was wir eigentlich wollen, was wir tun dürfen,  was wir tun müssen. Es geht auch um die Frage, was uns und anderen "gut tut" oder schadet.

Doch die Hauptfrage ist und bleibt:
           Wie kann der Mensch das, was er tun will, auch wirklich erreichen?

Deshalb heißt das Motto auch nicht nur "Jeder kann machen, was er will", sondern
                  "Jeder kann machen, was er will, - oder es versuchen."  

Natürlich geht es auf diesen Seiten vor allem um eine Vorstellung, um ein Modell, wie wir all die Probleme, die wir mit der  Freiheit, dem freien Willen und den Interessenkonflikten in der Vergangenheit so hatten, zukünftig wesentlich heiterer lösen können.
 
* Goethe - Zitat aus Faust: siehe auch  Quellen
weitere seiner Aussprüche zur Freiheit siehe Fremdtexte / Goethe

Die einzelnen Gesichtspunkte, unter  denen  ich  dieses Motto
 
  "Jeder kann machen, was er will,- oder es versuchen."
betrachten werde:
Idee
Wie es zu dieser Idee kam,
dieses Motto in die Vorstellung von der "heiterer Gesellschaft" einzubeziehen
 
Wille
Was will ein Mensch?   (Seite im Aufbau)
Hier geht es darum zu ergründen, warum Menschen was wollen und was sie warum wollen, es geht um Handlungsmotive und deren Hintergründe.  Auch der "innere Schweinehund" taucht auf, der uns hindert, wirklich das zu tun, was wir wollen. Warum z. B. gibt es Menschen, die "böses" tun "wollen" - wollen sie es wirklich?
Heißt "alles machen können" auch, jemanden ungestraft töten zu können? - Diese Frage wird nun anders gestellt: Warum wollen Menschen andere Menschen töten?
 
Triebe
Wie wird ein Mensch  "Herr seiner Triebe"?
Das Zukunftsmodell der "heiteren  Gesellschaft" fordert weder Triebverzicht, noch sieht es den Menschen der Zukunft als hemmungsloses Triebtier, das allen seinen  Trieben  unbeherrscht ausgeliefert ist. Denn erst dann ist er wirklich frei: wenn er seinen Trieben nicht mehr unkontrolliert freien Raum läßt, sondern sie maßvoll-genußvoll befriedigen kann.
Das aktuelle Beispiel, in dem sich bereits Zukunft erkennen läßt, ein "Keim des Neuen" sozusagen (weitere "Zeichen der Zukunft": siehe "Keime des Neuen" in "Weg und Ziel"), ist in der   Eßkultur zaghaft zu erkennen:  wer seinen Freßtrieb nicht unter Kontrolle hat, wird verspottet - andererseits wächst die Fähigkeit zum genußvollen Essen.
 
Interessen
Die unterschiedlichen Interessen der Menschen
Jeder Mensch "will" etwas anderes,  die Menschen haben unterschiedliche Interessen  - daraus müssen Interessenkonflikte  entstehen ... -  Müssen sie das?
Warum die Unterschiede der Interessen den Reichtum der Gemeinschaft ausmachen.
 
Schuld
Das ungewollte Ergebnis menschlichen Handelns (Seite im Aufbau)
Oft richten Menschen Schaden an, gelegentlich schädigen sie andere gewollt, oft geschieht es aus Versehen oder Dummheit, nicht absichtlich. Hier geht es um Begriffe wie Schaden, Schuld, Scham, Strafe, Willkür, Wiedergutmachung, und die zukünftige Sicht darauf.
 
Bedingungen
Die äußeren Umstände - Handlungsspielräume
Die Bedingungen, unter denen ein Mensch lebt, können die Verwirklichung seiner Wünsche und seines Willens behindern oder befördern. Letztlich bestimmen sie den Handlungsspielraum und damit die reale Freiheit des Menschen. Ob jemand in einem Elternhaus geboren wird, in dem seine Talente gefördert werden oder in einem, in dem sie keine Beachtung finden, prägt sein Leben völlig. Für den einen gilt: "Not macht erfinderisch", der andere kann nur im Überfluß wirklich kreativ sein.
Es geht also zukünftig darum, herauszufinden, welcher Mensch welche Handlungsspielräume benötigt für seine Selbstentfaltung und wie diese realisiert werden können.
 
Pflichten
Freiheit und Zwang, Freiheit und Pflicht
Jeder Mensch ist Zwängen ausgeliefert, er hat Pflichten gegenüber der Familie, den Nachbarn, dem Arbeitsgeber.  Auch der Wunsch nach  Anerkennung und Selbstbestätigung spielt eine Rolle. Das wird auch in der Zukunft so sein. Ist also Freiheit letztlich doch nur eine Illusion?
 
Moral
Handlungsvorschriften
Immer haben Menschen darüber nachgedacht und entsprechende Vorschriften erlassen, wie andere sich zu verhalten haben. Seit den paradiesischen Zeiten und den "10 Geboten" in der Bibel ist den Menschen nur bestimmtes Handeln erlaubt, anderes ist ihm verboten. Wer darf entscheiden, was erlaubt und was verboten ist? Wie wird das in der Zukunft sein?
Wird die heute weit verbreitete Parole: "Erst kommt das Fressen, dann die Moral." auch in Zukunft das Verhalten vieler Menschen prägen müssen?
 
Selbst bewegt
Kreativität und Selbstvervollkommnung als höchste Form der Freiheit
Der eine Mensch benötigt Hilfe, einen äußeren Rahmen, der ihm "vorschreibt", was er zu tun und zu lassen hat, ein anderer liebt es, Widerstände zu spüren, die seine Energie wecken, oder kann nur dann etwas leisten, wenn er "freie Hand" hat. Schreibt man ihm vor, was zu tun ist, verliert er jede Kreativität, jede Freude  an seiner Arbeit, wird faul und gleichgültig.
Selbst bewegtes und selbst bestimmtes Leben werden das Ideal der Zukunft sein,  auch wenn seine Verwirklichung noch 100 oder mehr Jahre dauern wird.
 
Liebe
Freiheit,  Verantwortung und Liebe
Die Freiheit, alles zu tun, was man möchte, kann auch durch Verantwortungsgefühl bzw. Liebe gegenüber anderen Menschen, der Natur, der Erde "eingeschränkt" werden.  Es gibt ein "TABU", es gibt "Handlungs-Zwänge", nicht alles Machbare um jeden Preis zu tun:
Liebe ist immer auch "selbst beschränkte Freiheit".
Ist ein Mensch "frei", der etwas aus Liebe oder Haß tut?...
 
Glück
Die Freiheit, glücklich zu sein   -    das  Glück, frei zu sein
Es mag erstaunen, doch die intensivste Gegenüberstellung zum Freiheitsbegriff ist der Begriff des Glücks: was nützt uns unser Handlungsspielraum, unsere Freiheit, wenn wir kein Ziel damit verbinden? Also muß(!) sich ein freier Mensch fragen, was er mit dieser Freiheit anfangen will. Eine mögliche Antwort ist: Die Freiheit ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck, glücklich zu sein.

Damit wird die Frage nach der Freiheit des Menschen zur Frage nach dem Glück des Menschen. Die Möglichkeit des Handelns setzt Energie zum freien Handeln frei. Der Mensch hat die Wahl:  er kann sein Glück suchen, ...
... - oder es versuchen.
 
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