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10. 10. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Bedingungen
Die Bedingungen der Freiheit-
die äußeren Umstände als Handlungsspielräume

Nicht wie wir wollen, wie wir können leben wir.
Menander ( † 291 v. Chr.)

Die Bedingungen, die äußeren Umstände, unter denen ein Mensch lebt, können die Verwirklichung seiner Wünsche und seines Willens behindern oder befördern. Letztlich bestimmen sie den Handlungsspielraum und damit die reale Freiheit des Menschen. Ob jemand in einem Elternhaus geboren wird, in dem seine Talente gefördert werden oder in einem, in dem sie keine Beachtung finden, prägt sein Leben völlig. Für den einen gilt: "Not macht erfinderisch", der andere kann nur im Überfluß wirklich kreativ sein.

Es geht also zukünftig darum, herauszufinden, welcher Mensch welche Handlungsspielräume benötigt für seine Selbstentfaltung und wie diese realisiert werden können. 


  1. Die beiden Themen "Bedingungen" und "selbst bewegt" überschneiden sich
zur Textstelle 2. Der Verlust für die Menschheit
  3. Die "Keime des Neuen" in der Arbeits-Agentur und ein persönlicher Erfahrungsbericht
  wird fortgesetzt ...
1. Die beiden Themen überschneiden sich:
"Bedingungen" und "selbst bewegt"
Oft ist die Fähigkeit, sein Leben aktiv in die eigenen Hände zu nehmen, es selbstbestimmt, selbstbewegt zu gestalten, an die Möglichkeiten des Handelns gebunden. Alle Energie nützt nichts, wenn man keine Bedingungen hat oder schaffen kann, seine Fähigkeiten tatkräftig umzusetzen.
Zwischen Tatendrang (Selbstbewegtheit) und Realisierungsmöglichkeiten (Bedingungen) bestehen ziemlich komplexe Formen der Wechselwirkungen. Auch diese will ich hier näher beleuchten:

Denn es gibt das Phänomen, daß die einen bei besten Bedingungen faul und gedankenlos werden, andere (wenige) sich aus den fürchterlichsten Umweltbedingungen zu ganz herausragenden Lebenswegen aufmachen und geniales leisten.
Müssen also die Menschen schlechte Bedingungen haben? Sind die besten Bedingungen machmal gar nicht gut, sind Schwierigkeiten wichtig?
Wie kann es gelingen, die für jeden Menschen optimalen Entwicklungsbedingungen zu schaffen, in denen er nicht nur sich selbst entfalten, sondern auch  sein Leistungsvermögen zum Nutzen der Gemeinschaft  einbringen kann?
siehe auch Selbst bewegt
Vor Jahren habe ich diese Frage einmal so formuliert:
Gute Eltern erkennt man daran, daß sie ihren Kindern ab und zu mal Knüppel zwischen die Beine werfen.

Ich meine damit, daß es notwendig ist, den Kindern auch Schwierigkeiten anzubieten, an denen sie ihren Willen, ihre innere Energie ausprobieren können.
2. Der Verlust für die Menschheit
Mag es sein, wie es will, eines dürfte offenkundig sein:
Für die übergroße Mehrheit der Menschen sind die Entwicklungsbedingungen für die freie Entfaltung ihrer Fähigkeiten und Talente nicht gegeben.
Welch ein Verlust für die Menschheit an Kreativität, Leistung, Ideen, geistigem Fortschritt!

Schlimmer noch: viele Menschen sterben "vor ihrer Zeit", weil sie in geradezu lebensfeindlichen Bedingungen dahinvegetieren müssen.
Welche Lebensvielfalt, welche Beziehungen, wieviel Liebe  gehen vielen Menschen verloren, wenn auch nur ein einziger Mensch vor der Zeit sterben muß!
 
3. Die "Keime des Neuen" in der Arbeits-Agentur
Die individuelle Gestaltung von Handlungsspielräumen für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene, ist eine äußerst kreative, herausfordernde Aufgabe. Ich denke, daß sich in Zukunft viel mehr Menschen mit dieser Aufgabe befassen werden und es geradezu ein Wetteifern geben wird, wer es am besten kann ....

Die Parole "Fördern und Fordern", die von den Arbeitsagenturen zwar ausgegeben, aber nicht realisiert wird, zeigt sehr schön, worum es in Zukunft gehen wird.   Sie ist ein echter "Keim des Neuen" .  Würde sie im Interesse der Menschen wirklich umgesetzt, könnten das Leistungsvermögen, der Tatendrang  und die Kreativität der Menschen, die jetzt von aller arbeitsmäßigen Teilhabe an der Gemeinschaft ausgeschlossen sind, Deutschland vielleicht zu einem der fortschrittlichsten Länder der Welt machen.

Ich will es an meinem Beispiel erläutern:
 
 
Im Mai 1999, zu Beginn meiner langen Arbeitslosigkeit, sprach ich mit dem damaligen Arbeitsamtsdirektor meiner Heimatstadt, einem Physiker, und bat um Unterstützung  für die Umsetzung eines Projektes für Kinder "Physik zum Anfassen". Bei den Hartz-IV-Protesten im Herbst 2004 wurde meine Projektidee sogar  in der örtlichen Tageszeitung genannt. Aber es dauerte bis zum Sommer 2008, ehe ich wirklich die Realisierung dieser Idee beginnen konnte. Zuvor hatte die für meine "Förderung und Forderung" zuständige ARGE-Mitarbeiterin mir im März 2008 noch versichert, wie bedauerlich es für Wittenberg - gerade auch in Hinsicht auf die Touristen - sei, daß ich diese Idee bisher nicht habe realisieren können. Dann "verpaßte" sie mir einen Ein-Euro-Job, bei dem ich völlig anspruchslose technische Arbeiten (Flyer-Falten, Kopieren, Botengänge, Pressemappe führen usw.) verrichten mußte.
Nach dem Versuch, meine Idee der "Physik zum Anfassen" - finanziell, technisch, materiell an Händen und Füßen gefesselt - als Ein-Euro-Jobberin zu realisieren, habe ich im Sommer 2009  ziemlich verzweifelt aufgegeben.
 
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