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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
Einladung Inhalt Neues Allgemeines ABC Zukunft atomisierte Welt
Arbeit + Spiel Mensch - Sein Beziehungen Vererben+Lehren Freiheit + Moral Heiterkeit Weg + Ziel
Beziehungen
 
 
 
 
 
Beziehungen und Gemeinschaft
Von den Beziehungen als Reichtum für alle und für jeden


Der Reichtum eines Menschen liegt in reichen Beziehungen zu anderen Menschen und zur Umwelt. Der Reichtum der Menschheit liegt im Beziehungsreichtum jedes einzelnen Menschen.*
(3. These, die soziologische, des Konzepts der "Heiteren Zukunft")

Meine Zukunfts-These ist:
Der Beziehungsreichtum des Menschen ist der größte Reichtum, den es gibt. Dieser Reichtum ist nicht nur für den einzelnen das wichtigste, sondern macht den Reichtum einer Gesellschaft aus: eine Gesellschaft ist um so reicher, je freier, befriedigender, glücklicher, persönlichkeitsfördernder und gemeinschaftsstärkender diese Beziehungen sind. Deshalb stehen Beziehungsfragen im Mittelpunkt von Zukunfts-Konzepten, sollten es zumindest.

Allgemeinere Gedanken zu den zwischenmenschlichen und sonstigen menschlichen Beziehungen finden Sie im "ABC Zukunft / Beziehung. Beispiele für neue Formen des Zusammenlebens in Gruppen stelle ich in "Neue Keime / Lebensgemeinschaften vor. Auf dieser Seite soll es um die Frage gehen, wie zukünftige Beziehungen  konkret auszugestalten sind. Hier meine ersten Gedanken:

  Der Ist-Zustand
  Zukunftskonzept und die Gestaltung der Beziehungen
  Gruppenleben fördern
  Das Konzept der Nächstenliebe
 
* Diese Erkenntnis geht auf das von Marx und Engels in der "Deutschen Ideologie" entwickelte Zukunftskonzept zurück. Das "Basiszitat" ist zu finden in den Fremdtexten auf der Seite 
Ist-Zustand
In der Gegenwart sind viele Menschen einsam oder leben in unfreien, unglücklichen Beziehungen. Eine der Ursachen ist die  gesellschaftliche Fixierung auf ein ehe-gebundenes, heterosexuelles, monogames Leben. Obwohl die Praxis zeigt, daß aus diesem  unnatürlichen Konzept (der Mensch ist biologisch nicht monogam determiniert)  viele Beziehungsprobleme und noch mehr Einsamkeit und Beziehungslosigkeit  resultieren, wird von den politischen Konzepten her keine wirkliche Erweiterung der Lebensformen zugelassen.
Doch die Voraussetzungen reicher Beziehungen sind einerseits individuelle Wahlmöglichkeit (Welche Beziehungen möchte ich eingehen? ) und  andererseits Vielfalt der Realisierungsmöglichkeiten.  Eine zeitliche Wahlmöglichkeit (z. B. sich nicht festlegen müssen auf eine prinzipiell "lebenslängliche" Beziehung  statt der heute üblichen Abwertung kürzerer Zeiträume  des Zusammenlebens mit  beispielsweise Bemerkungen über eine "gescheiterte" Ehe ...)  gehört ebenfalls zum Zukunftskonzept freier Beziehungen.
Pardon, auch die sogenannte "Homo-Ehe" ist keine wirkliche Erweiterung von Beziehungs-Freiheit, sie ist nur die Übertragung des überlebten traditionellen Ehekonzepts (dessen einziger Vorteil wohl nur noch im Steuerrecht und Erbrecht besteht) auch auf Menschen, die bisher außerhalb dieser Vorgaben standen.
Zukunfts-Konzept und Beziehungen
Deshalb wird ein tragbares Zukunftskonzept diese individuelle Wahlmöglichkeiten  und die Vielfalt der Beziehungsmöglichkeiten als Hauptziel von Gesellschaftsplanung  beinhalten müssen.
 
Gruppenleben fördern
Ich will es vorerst nur an einem ersten Beispiel veranschaulichen:
Immer mehr Menschen leben eigentlich in zeitweiligen Gruppen: ob Internat, Kaserne, Wohngemeinschaft. Auch alleinlebende Senioren entdecken die Vorteile von Senioren-WGs. Doch diese Form des Zusammenlebens wird nicht nur nicht gefördert, sondern regelrecht bekämpft:
Die erste Stufe, die erste Variante dieses freien Gruppenlebens, die unehelichen Lebensgemeinschaften, haben am meisten darunter zu leiden.

Will man jedoch auch  politisch solche Bedingungen schaffen, die den Menschen die Möglichkeit geben, so zu leben, wie sie es wirklich wollen, müssen diese neuen Gruppenformen des Zusammelebens mehr gefördert werden.
- Das meint in erster Linie,  Gruppenleben steuerlich  stark zu begünstigen! Was an  Steuern nicht eingenommen wird, kann dann andererseits an  den heute noch hohen Folgekosten der  Einsamkeit (der Kosten für die "Schadensbegrenzung"  wie z. B. psychische Behandlungen) eingespart werden. 
- Das meint auch, solchen  Wohnungsbau zu fördern, der dem Gruppenleben angepaßt ist. Bisherige Wohnstrukturen sind  - mit Ausnahme von Krankenhäusern, Kasernen, Internaten - fast völlig auf monogame Beziehungen zugeschnitten. Diesen Formen des Wohnungsbaus sollten im öffentlichen Wohnungsbau und durch Förderung privater Bauunternehmer bzw. der Gruppen, die zusammen leben wollen   - ähnlich dem früheren staatlichen Zuschuß für den Eigenheimbau -  gefördert werden.
Diesem frei gewählten Gruppenleben, das auch den  Grad der Beziehung individuell und fließend regeln kann, möchte ich die Gegenwart des zwanghaften  Zusammenlebens in Mietwohnungen gegenüberstellen: wie viel Unfreiheit, wieviel Streß, Ärger, Einschränkungen ergeben sich  in vielen Fällen einzig und allein aus der Tatsache, daß die Mieter eines Hauses nicht mitbestimmen dürfen, welche neuen Mieter ins Haus einziehen.


Natürlich  muß auch über Mißbrauchs-Möglichkeiten diskutiert werden. Das ist jedoch eine so allgemeine Frage, daß sie es verdient, später an anderer Stelle ausführlicher behandelt zu werden.
Das Konzept der Nächstenliebe
Diese  Konzeptidee des Beziehungsreichtums als  erlebter Freude und genossenen Glücks, als Ansporn für Selbstvervollkommnung und Entwicklung,  für Hilfesbereitschaft und Anteilnahme  nimmt seine wesentliche historische Wurzel aus dem Ethik-Konzept des Religionsgründers Jesus von Nazareth:
"Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst."

Ich formuliere diese Basislehre christlichen Religionsverständnisses bewußt so, daß auch Nicht-Christen sie zumindest für diskussionswert erachten können. Ich habe einige sehr spannende Diskussionen über diesen Satz erlebt - und kann nur bestätigen, daß er bis heute heftigste Auseinandersetzungen heraufbeschwören kann.

Gerade die "Klassenkampf-Lehre" des Sozialismus-Kommunismus hatte jahrzehntelang für den Begriff der "Liebe" keine Verwendung.

Für mich spannend ist nur, daß die Ideen von Marx und Engels einerseits und die christliche Morallehre andererseits hier sich verbünden - können.
Daraus ergibt sich auch mein Gedanke, daß die christlichen Kirchen, wenn sie wirklich eine Zukunft, eine zukünftige Daseinsberechtigung und eine Bedeutung für die Menschen auch in der Zukunft haben wollen, gut beraten sind,  von der bisher eher nachlässigen Umsetzung dieses Konzepts der Nächstenliebe   endlich  abzugehen und diese Idee konkret und konsequent in Zukunftsgestaltung einzubringen haben - theoretisch und praktisch.
Liebe Christinnen und Christen, die Sie sich mit großem Fleiß und Engagement in Suppenküchen, Kleiderkammern, Obdachlosenasylen, Hilfsorganisationen für die Not in der Welt usw. engagieren -
Verzeihen Sie mir  die harte Schlußfolgerun in diesem Abschnitt. Natürlich weiß ich von Ihrem Engagement. Doch ich sehe auch, daß Sie sich noch so sehr anstrengen können, eine Verschlimmerung der Probleme haben Sie nicht verhindern können  und von einer Lösung sind wir weiter entfernt als je zuvor. Ich glaube, ein Umdenken ist nötig, damit Ihre Arbeit  in Zukunft  nicht weiter eine Sisyphus-Arbeit bleibt.
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