1. Der "Ernst des Lebens"
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Ich behaupte nicht, daß das Leben in der Gegenwart nicht erst sei. Es gibt so viele existenzbedrohende Probleme bei so vielen Menschen auf der Welt, daß die Leugnung des "Ernstes des Lebens" geradezu idiotisch wäre.
Ich meine nicht die ernsten Probleme, mit "Verernstung" von Problemen meine ich, daß bestimmte Fragen erst künstlich ernst gemacht werden, die diesen Ernst gar nicht (mehr) nötig haben.
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2. Ver-Ernstung
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So ist beispielsweise längst erwiesen, daß es sich in einer heiteren, gelösten Atmosphäre besser lernt als in einer ernsten, zwanghaften, autoritären. Ein Lehrer, der diese gelöste Atmosphäre nicht erzeugen kann, schafft eine künstliche Verernstung des Lernens.
Bitte, falls ein Lehrer dies liest, ich weiß um die Probleme der heutigen Schulbildung. Es geht hier nicht um die Suche nach Schuldigen für was auch immer: es geht nur um die Frage: was kann und muß in Zukunft anders gemacht werden? Sicher haben Sie dafür - vor allem, was die Schulbildung betrifft - viel bessere Ideen als ich.
Wenn ich diesen Fragen in dem Kapitel "Vererben und Lehren" demnächst zur Diskussion stelle, würde ich mich freuen, wenn Sie mir helfen - mit Ihre Vorschlägen und Anregungen zu dem, was in der Schulbildung besser gemacht werden kann. | |
3. Arbeit ist kein Spaß
| Am krassesten sieht man es in der Verteilung und Organisation der Arbeit: Es besteht absolut keine Notwendigkeit, den Arbeitenden und den Arbeitslosen das Leben so schwer zu machen. Als Beispiel möchte ich nur die zunehmende Existenzbedrohung der sogenannten "kleinen" Handwerker und Gewerbetreibenden nennen: sie schuften mit vollem Einsatz, um zu überleben.
Konkurrenzkampf und die Unberechenbarkeit des Marktes und zunehmend der Politik lassen kaum noch Freude an der Arbeit aufkommen....
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| 4. Die Autorität |
Autoritäten müssen ernst sein. Sie mögen es nicht, ausgelacht zu werden. Sie kennen nichts zwischen diesen beiden Extremen. Autoritäten haben oft keinen Sinn für Humor, normalerweise verstehen sie - das ist wörtlich gemeint(!) - "keinen Spaß". Autoritäres Denken ist eingeschränktes Denken: es kennt nur die lineare Kette zwischen der autoritären und der autoritätshörigen Person. Eine Person, die einer Autorität nicht den nötigen Ernst entgegenbringt, ist fiür diese eine Gefahr. Deshalb hassen Autoritäten heitere Menschen. Heitere Menschen zweifeln z. B. die Notwendigkeit von Autorität an.
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Ich möchte - um Mißverständnissen vorzubeugen - am Beispiel der Eltern-Kind- Beziehungen zeigen, was ich unter Autorität verstehe:
Der autoritäte Vater ist der Befehlsgeber, der Rechthaber um jeden Preis. Das Kind ist ihm nur Objekt, an dem er seine Macht ausleben und demonstrieren kann.
Der anti-autoritäre Vater ist ein schwacher, unsouveräner, "erziehungsfauler" Mensch, er überläßt sein Kind sich selbst, redet sich mit den Argumenten von der "anti-autoritären Erziehung" heraus, um nicht in die Pflicht und Verantwortung gegenüber seinem Kind genommen zu werden.
- Der echte Vater ist weder autoritär noch anti-autoritär. Er zeigt Strenge und Verständnis, ist Lehrer, Ratgeber, er fordert und fördert - und er wird vom Kind akzeptiert als Vertrauensperson. Er hat die so genannte "natürliche Autorität": die Anerkennung.
Dieses Beispiel läßt sich auf den Staat ebenso anwenden wie auf den "Arbeitgeber" - nur daß es weder einen "anti-autoritären Staat" noch einen "anti-autoritäten Arbeitgeber" gibt: das Wesen beider verlangt die Autorität des Befehlsgebers.
Nun noch einmal:
Autoritäten müssen erst sein und ernst genommen werden. Sie verstehen keinen Spaß und tragen somit vom Wesen her die "Verernstung" aller Beziehungen in sich. |
ein Literatur-Tip für Eltern in diesem Zusammenhang:
Thomas Gordon:
Familienkonferenz
siehe Quellen:
Gordon, Th. |
| 5. Der Souverän |
Das Gegenstück zum autoritäten Arbeitgeber ist beispielsweise der Organisator einer Gruppenarbeit, der Dirigent eines Orchesters, der Trainer einer Fußballmannschaft. Deren "Autorität" beruht wesentlich auf ihrem fachlichen Können und ihrem menschlichen Verständnis. Mit Befehlsgewalt können sie nicht "alles" aus den Sportlern, Arbeitern oder Künstlern herausholen! Im Unterschied zu einem Befehlsgeber ist der Souverän in der Lage, sich in die Seele seiner Mitarbeiter hineinzuversetzen, sie zu motivieren, aufzumuntern, anzuspornen, anzuerkennen. Einem Organisator oder Souverän "fällt kein Zacken aus der Krone", wenn er auch einmal etwas falsch macht, er kann auch über sich selbst lachen. Organisierte Zusammenarbeit statt Befehlsgewalt ist entkrampft, locker, heiter. Dem Souverän folgt man freiwillig bei seinen Anweisungen, weil man sie versteht, akzeptiert, weil man dem gleichen Ziel verbunden ist...
Natürlich gibt es sie auch heute schon, doch sie sind eher die Ausnahme. Ich gehe davon aus, daß der Souverän der "Normalfall" des Vorgesetzten in einer "heiteren Zukunft" sein wird. | |
| 6. Reichtum |
Der Zwang, reich sein zu müssen und die Angst vor Armut sind beides angetan, vielen Menschen die Freude am Leben zu vergällen. Viele Menschen arbeiten nur aus Angst vor Armut, Not oder Krankheit so viel und häufen so viel Besitz an. Das aus Notzeiten resultierende "Meine Kinder sollen es mal besser haben!", das Arbeiten für die nächste Generation spielt ebenfalls eine Rolle.
Das Leben vieler Menschen ist fast ausschließlich auf Besitzerwerb gerichtet. Viele Menschen besitzen wesentlich mehr, oft unnötiges, als sie tatsächlich benötigen.
Ein kleines Beispiel:
Eine alleinstehende Freundin (55 Jahre) ohne Kinder hat beispielsweise Besteck für 60 Personen und Handtücher noch von der Jugendweihe, die originalverpackt im Schrank liegen. Sie wird in ihrem ganzen Leben nicht mehr so viele Handtücher verschleißen können, wie sie vorrätig hat. Viel Platz wird benötigt für solche Dinge, bei jedem Umzug muß alles Überflüssige mit - und das kostet Lebenszeit. Ich weiß, das ist ein sehr kleines Beispiel, aber vielleicht zeigt gerade das die Schizophrenie des Besitzdenkens.
Vor Jahren hatte ich begonnen, Dinge, die ich nicht (mehr) benötigte, die jedoch noch gut zu gebrauchen waren, zu verschenken. Vermißt habe ich später fast keinen dieser Gegenstände. Bis heute verbindet sich mit diesem Brauch ein ein wunderbares Gefühl: eine riesige Erleichterung (im doppelten Sinn des Wortes).
| Jesus: Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch.
Mt. 6, 26
Das Christentum ist eine Religion, die den weltlichen Besitz gering achtet. |
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Sind wir reich?
„Vater, sind wir reich?“
fragt Frank. „Nein“, antwortet der Vater.
Frank zählt auf: „Wir haben genug zu essen.
Wir haben eine Wohnung
mit einem Zimmer für jeden.
Wir haben ein Auto.
Alles, was wir brauchen, haben wir.“ „Reiche Leute haben mehr,
als sie brauchen“, sagt der Vater.
Frank überlegt, „Haben sie dann nicht zuviel?“ Wolfgang Schulz |
aus:
Die schönsten Kindergedichte
Herausgegeben von Helmut Zöpfl
Mit Bildern
von Petra Moll
W. Ludwig Verlag Pfaffenhofen, 1979
Lizenzausgaben für Gondrom Verlag, Binderlach |
| 7. Ein Beispiel |
Die Schlipsfrage - oder die Lächerlichkeit der Ernsthaftigkeit
Ein hübsches Beispiel für den "Ernst des Lebens" in der Gegenwart und die Verwechslung bzw. Vermischung von Humor und Heiterkeit mit Albernheiten ist die über "dpa" verbreitete Empfehlung, keine Motivkrawatte bei Geschäftsverhandlungen zu tragen: Die "MZ" vom 11. 11. 2006 empfiehlt passend zum Karnevalsbeginn ( hier der volle Wortlaut der Meldung):
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siehe Quellen » Zeitungen MZ |
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"Keine Motive auf Krawatten
Bei Geschäften konservativ
Bonn / dpa. Männer sollten bei Geschäftsverhandlungen keine Motivkrawatten tragen. Mancher empfindet bunte Binder möglicherweise als Ausdruck seines persönlichen Stils, so der Fachverlag für Recht und Führung. Bei solchen Treffen seien aber tadellose Umgangsformen eine Selbstverständlichkeit - und humorvolle Motive in ernsten Situationen "völlig unangebracht". Passender sei konservative Kleidung, die wirke seriös."
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Ob es sich bei den Kravattenmotiven um "humorvolle" oder "alberne" Motive handelt, sei einmal dahingestellt.
Keiner dieser Leute, die da so seriöse Empfehlungen geben, werden sich vorstellen können, wie lächerlich in Zukunft eine Krawatte, und sei sie noch so edel und seriös, empfunden werden könnte - vielleicht so, wie der "Zopf" der Männer im alten Preußen oder diese Pluderhosen mit langen Strümpfen, die einmal ernsthafte Mode waren. Wer heute in so einem Aufzug in eine "Geschäftsverhandlung" käme, würde wohl auch nicht ernst genommen.
Ernsthafte und seriöse Verhandlungen sind auch in der Badehose möglich und der seriöseste Schlips kann nicht vertuschen, daß da vielleicht ganz unseriöse Geschäfte abgewickelt werden. Und - nicht zu vergessen - hinter diesen Vorgaben sehe ich noch eines: den weiter herrschenden "Uniformierungszwang", nun eben mit Hilfe der Krawatte. Böse Feministinnen sehen in der Krawatte ein Penissymbol oder einen Penisersatz, was die Sache auch nicht gerade ernsthafter macht.
PS.: Wird es nicht langsam Zeit, auch die "gehobene" Herrenmode ein wenig zu entkrampfen? Das ist jetzt kein Plädoyer für Geschmacklosigkeit. |
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| 8. Kampf gegen Neuerungen |
In der Nähe von Wittenberg, in einem kleinen Dorf, hat Fam. Landgraf ihr Haus. Vor Jahren haben sie dort eine Bio-Kläranlange installiert, die mit dem Preis des Umweltministeriums Sachsen-Anhalt ausgezeichnet wurde.
Diese Anlage ist inzwischen durch Fremdeinwirkung zerstört worden, ohne daß Herr Landgraf etwas gegen den Übeltäter machen kann. Der hatte das Gesetz auf seiner Seite: die Satzung des örtlichen Abwasserzweckverbandes, die von einem allgemeinen "Anschlußzwang" ausging und einen Sonderfall nicht anerkannte. Daher wurde die Biokläranlange mit aller Ernst- und Boshaftigkeit vom zuständigen Abwasserzweckverband bekämpft. Schließlich wurde das Grundstück von Familie Landgraf unter Einsatz von Polizeigewalt zwangsweise an die örtliche Abwasserleitung angeschlossen. Das führte logischerweise zur Lahmlegung der Biokläranlage.
Nun hätte man meinen sollen, daß sich nun das Umweltministerium Sachsen-Anhalts in diesen Streitfall einschaltet, wurde doch mit diesem Eingriff in Privatbesitz auch sie als staatliche Stelle jeder Autorität beraubt, ihre Auszeichnung geradezu verhöhnt. Soviel mir bekannt ist, geschah das nicht. Herr Landgraf hat längere Gerichtsstreitigkeiten auf sich genommen, die er alle verloren hat. Auch im Fernsehen (mdr) und in der Zeitung wurde sein Problem vorgestellt.
Sicher können Sie sich vorstellen, wieviel Frust, Ärger, Sorgen, Kummer, Ängste dieses Vorgehen hervorgebracht hat. Freude und Glück hat wohl keiner der Beteiligten empfunden. Ich nehme an, nicht einmal die Polizisten fanden gut, was sie taten. Doch irgendjemand wird schon seinen Spaß an dieser Sache gehabt haben.
Welche Folgen hätte es gehabt, wenn Herr Landgraf seine Biokläranlage ungestört hätte weiter betreiben können? Wem hätte er damit geschadet?
In meinen Augen liegt hier ein sehr anschauliches Beispiel für das "Konzept der Freude- Bekämpfung" vor.
Doch sieht man genauer hin, wird erkennbar:
Diese Reaktion des Abwasserzweckverbandes erfolgte nur aus einem Grund: aus Angst, das Beispiel könne Schule machen und das könnte dann zum Ruin des Abwasserzweckverbandes führen. Es war sozusagen ein "Kampf ums Dasein" des Abwasserzweckverbandes, den er noch (!) gewonnen hat. Er gewann ihn nicht wegen tatsächlicher Überlegenheit, sondern nur, weil ein "Keim des Neuen" noch zu vereinzelt und schwach war!
Inzwischen liegen diese "Art" (Abwasserzweckverband) offenbar im Aussterben: die zentrale Abwasserentsorgung ländlicher Gegenden wird zum finanziellen Faß ohne Boden. Der Anschlußzwang wird bald - mit zunehmender "Verwüstung" (eine "Wüstenei" ist ein ausgestorbener Ort) kleinerer Ortschaften in unserer Gegend - in einen Zwang zur Selbsthilfe umgewandelt werden müssen. | |
| 9. Weihnachten verdorben |
Wie die Regierung Deutschlands ihren Bürgern die Vorfreude auf Weihnachten verdirbt:
10. 12. 2006 genau 14 Tage vor Weihnachten treten die Politiker eine Diskussion über die PKW-Maut los - noch 3 Wochen trennen uns von der Mehrwertsteuer-Erhöhung und dann das. Hätte man nicht noch ein paar Wochen damit warten können? Oder hofft man, mit dieser neuen Aufregung von der Mehrwertsteuer-Erhöhung ein wenig ablenken zu können? Oder hat man einfach nur Spaß daran, die Leute zu ärgern? | |
| 10. Panikmache aktuell |
Wie man jungen und alten Menschen mit dem gleichen Thema Angst vor der Zukunft macht: der "demographische Wandel"
Vorbemerkung:
Vor ca. 300 Jahren haben noch ca. 80 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung die Nahrungsmittel produziert. Nur die restlichen 20 Prozent waren für die Produktion der weiteren Güter zuständig.
Heute sind nur noch 3 bis 5 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung in der Nahrungsmittelproduktion tätig, ca. 20 - 30 Prozent produzieren die gesamte Summe der sonstigen materiellen und dienstleistungsmäßigen Waren und Angebote. Alle übrigen arbeiten in "verbrauchenden" , sekundären Bereichen:
Politiker, Wissenschaftler, Ärzte, Künstler, Lehrer, Börsenmakler, Gefängnisaufseher, Richter, Polizisten, Geheimdienstmitarbeiter, Beamte und - nicht zu vergessen - Soldaten. Schon heute werden mehr als 10 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung gar nicht mehr benötigt. Wahrscheinlich sind es sogar 20 Prozent, wenn man die sogenannten "Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen", sinnlosen Umschulungen und diveres andere Tricks zur Beschönigung von Arbeitslosenstatistiken mitrechnet.
Es ist weiterhin zu berücksichtigen, daß ein Arbeitender früher und jetzt immer noch im Durchschnitt 1 - 2 Kinder und 1 - 2 alte bzw. nicht arbeitsfähige Menschen mit ernährt.
Rein ökonomisch ist davon auszugehen, daß in weniger als 20 Jahren der Anteil der in den produzierenden, "wertschöpfenden" Bereichen arbeitenden auf weit unter 10 Prozent sinken wird. Es ist also eine wirtschaftliche Tatsache, daß 1 Arbeiter in der Lage sein wird, die Waren und Dienstleistungen für mindestens 20 Menschen zu produzieren.
Daraus folgt u. a., daß sich ein ökonomisches Potential für die Verkürzung von Lebensarbeitszeit auftut, in einer Größenordnung, die noch vor 50 Jahren als phantastisch gegolten hätte. Angesichts dieser Tatsachen, ist die - nennen wir es einmal so - "Realitätsferne" all jener, die den "demographischen Wandel" als Gefahr heraufbeschwören, ziemlich erstaunlich. Vielleicht aber wissen sie sehr genau, daß diese Gefahr nicht wirklich existiert und sie nur einen Vorwand benötigten, wieder einmal Zukunftsangst zu schüren?
Die in den jüngsten Krisenerscheinungen gigantischen Summen, die auf einmal umverteilt werden, sollten nicht vergessen lassen, wie noch vor wenigen Monaten eine Rentenerhöhung, die weniger als 5 Mrd. Euro kosten sollte, als Katastrophe für die Zukunft der Jugend dargestellt wurde.
Warum macht niemand folgende Rechnung auf?
Wie viel Prozent der arbeitsfähigen haben ihren Arbeitsplatz dank der Tatsache, daß sie für alte Menschen sorgen? Wie viele Brötchen werden für Alte gebacken, wie viele Taxifahrer würden arbeitslos, wenn die Alten sie nicht benötigten? Wie viele Künstler können nur existieren, weil es auch ein Publikum jenseits der 65 Jahre gibt? Wie viel an Nachbarschaftshilfe und "Oma-Leistungen", an ehrenamtlichen Leistungen würden fehlen, wenn man die Alten nicht hätte?
Warum also hetzt man Jung und Alt gegeneinander? Warum wohl?
Wer Augen hat zu sehen, der sehe;
wer Ohren hat zu hören, der höre. | Die Zahlen sind keine statistisch exakten Angaben, sie sind nur als Beispiel gedacht, die das Prinzip veranschaulichen sollen. |
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Was erzählt man den Menschen, was macht man ihnen vor?
Kurt Biedenkopf ("Forum demographischer Wandel") rät den Älteren, sich schon mal langsam einzuschränken. Ein junger Mann (ca. 20 - 25 Jahre) sagt: "Ganz klar, so wie wie es ihm (er meint K. Biedenkopf) im Alter jetzt geht, wird es mir nicht gehen!"
K. B. antwortet: "Das ist realistisch!"
und er empfiehlt gleich noch die materielle Vorsorge und die "Vorsorge im Kopf".
Nebenbei wird zugegeben, daß in den 80er und 90er Jahren das Problem (der zurückgehenden Geburtenrate) aus politischer Sicht verdrängt wurde.
Mit anderen Worten:
Früheres Beachten des Problems hätte heute die Diskussion vielleicht überflüssig gemacht. Oder noch anders: Warum spielt man jetzt ein Problem so hoch, das genau betrachtet, gar keines ist?
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ZDF-Morgenmagazin 6. 12. 2006, gegen 9.00 Uhr
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| Im Gegenteil: die politische Tagesaufgabe (die bitte nicht wieder verdrängt werden sollte) heißt:
Was können Menschen eigentlich sinnvolles tun, außerhalb der Produktionssphäre, wohin mit den vielen unbeschäftigen Menschen?
| siehe auch ABC Zukunft » Langeweile |
| Aufgabe der Politik |
Wie können wir dieses absehbar in der Wirtschaft nicht mehr benötigtes Potential an Lebens- und Arbeitszeit sinnvoll für Kultur, Jugendarbeit, Wissenschaft, Umwelterhaltung und Verschönerung der Umwelt usw. einsetzen? |
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| PS - Papst warnt vor Vergnügen |
Natürlich wird der Papst es etwas anders gesagt und gemeint haben, als es der Videotext auf ZDF-Tafel 126 am 31. 5. 2009 vermuten ließ. So verkürzt und aus dem Zusammenhang gerissen hat es schon wieder eine komische Dimension, weshalb ich den Text auch in voller Länge wiedergebe:
Die Überschrift der Tafel lautete:
"Papst beklagt »Vergiftung« spirituellen Lebens"
Der Wortlaut:
"Papst Benedikt XVI. hat vor einer »Verschmutzung« des spirituellen Lebens gewarnt. Die Gesellschaft sei nicht nur von Umweltverschmutzung, sondern von einer »Verschmutzung des Herzens und des Geistes « bedroht, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Sonntag bei der Pfingsmesse im Petersdom.
Produkte und Bilder, die »Vergnügen, Gewalt oder die Missachtung von Mann und Frau« zum Thema hätten, würden dem spirituellen Leben schaden. Ebenso wie es konkrete Initiativen im Kampf gegen die Umweltverschmutzung gebe, müsse die Vergiftung des Herzens bekämpft werden."
Nun würde mich wirklich sehr interessieren, was der Papst alles zum "Vergnügen" rechnet. Das müßte doch ein völlig abstraktes Wort sein. Oder anders gesagt: woran hat der Papst sein Vergnügen?
"Entsagung nennt man das Vergnügen an Dingen, welche wir nicht kriegen." (W. Busch)
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Anmerkung:
Ich hoffe, niemand unterstellt mir, daß ich Gewalt oder die Mißachtung von Menschen bagatellisieren will. Mich stört nur, daß das Vergnügen so pauschal in eine Reihe mit ihnen gestellt wird. |
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