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15. 03. 2009
Gänseblümchen
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Gewalt und Krieg
Die alles beherrschenden Beziehungen der Macht


Die Geschichte der Menschheit wird im wesentlichen beschrieben als einen Prozeß, in dem Macht, Gewalt, Herrschaft, politischen Intrigen und persönlichen Interessen und vor allem Kriege das wesentliche seien. Auch heute machen sich viele Menschen Gedanken, wie diese Beziehungen der Macht und Gewalt auch im 21. Jahrhundert erhalten und ausgebaut werden können. Diese Fragen werde ich hier beleuchten, nicht, um noch eine Anklage oder Rechtfertigung mehr zu bieten, sondern um in der Gegenüberstellung zu den denkbar besseren gewaltfreien  Beziehungen einer "heiteren Gesellschaft" die ganze Fragwürdigkeit und Zukunftsunfähigkeit heutigen Macht-Denkens aufzuzeigen.

Hier die ersten Gedanken:


 
  1. Lebenstrieb in seinen Polen der Selbsterhaltung und Arterhaltung
  2. Das Gleichgewicht, das rechte Maß
  3. Das  Wesen von Macht und Gewalt
  4. Der verfemte Altruismus
  5. Gewalt in der Schule: Lehren als Gewaltakt
  6. Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
7. Machtbeben - der Bestseller von Alvin Toffler
  8. Formen der Macht heute - eine unvollständige Liste
  9. Macht - Worte und ein "Macht-Wort" von Goethe
1. Lebenstrieb
Selbsterhaltungstrieb und Arterhaltungstrieb  - Egoismus und Altruismus

Der Mensch ist von zwei Urtrieben bestimmt: dem Selbsterhaltungstrieb und dem Arterhaltungstrieb. (Zu letzterem gehört nicht nur der Fortpflanzungstrieb !). Doch eigentlich sind beides nur Pole, Komponenten eines einzigen Triebes: des Lebenstriebes schlechthin. Dieser Lebenstrieb mit seinen beiden Pole spiegeln sich in  Verhaltensweisen wider, deren Extreme mit den Begriffen Egoismus und Altruismus bezeichnet werden. Der Egoist setzt den Selbsterhaltungstrieb über den Arterhaltungstrieb, der Altruist überwindet den Selbsterhaltungstrieb zugunsten des Arterhaltungstriebes, er wird ggf. zum Märtyrer, opfert sich (nicht unbedingt sein Leben, aber z. B. seine Lebensqualität) um anderen Menschen zu dienen und somit die Erhaltung der Art zu sichern. Von Müttern wird automatisch erwartet, daß sie Altruisten sind.

Meist wird nur die Aktivität der Egoisten wahrgenommen, deren Motive und Handlungen die Geschichte  der letzten Jahrhunderte und Jahrtausende offenbar geprägt haben: ihr Streben nach Macht, Einfluß, Herrschaft, Besitz hat der Menschheit als Ganzes Leid, Elend, Tod, Verwüstung gebracht. Ich behaupte: wenn es nicht den Gegenpol der Altruisten gegeben hätte, wäre die Menschheit schon lange untergegangen.
Da jedoch altruistisches Verhalten  meist nur von Einzelnen praktiziert wird, es für die Mehrheit der Menschen wenig attraktiv ist, hat es sicher wenig Zweck, immer nur an das "Gemeinwohl" zu appellieren.

Die Lösung ist vom Prinzip her einfacher als es auf den ersten Blick aussieht: der "altruistische Egoismus".
 
 
2. Das Gleichgewicht, das rechte Maß
Beide Seiten müssen im rechten Maß ausgeprägt sein, damit die Gesellschaft  (die Menschheit) als Ganzes überleben kann. Wird eine der Seiten überbetont, ergeben sich Gefahren.
Nun habe ich noch nicht darüber nachgedacht, wie gefährlich eine total auf Altruismus orientierte Gesellschaft wirklich wäre. Doch vermutlich würde  der Einzelne seinen Lebenstrieb verlieren, wenn er nicht mehr an sich selbst denkt, nur noch an andere.
Doch was wir in der Gegenwart beobachten, ist die einseitige Zuspitzung der anderen Komponente: die ausschließliche Orientierung auf Beziehungen, die von Egoismus und Rücksichtslosigkeit geprägt sind. Diese Zuspitzung und Einseitigkeit ist ebenso tödlich für die Menschheit.
 
3. Das  Wesen von Macht und Gewalt
Egoismus und Altruismus sind zwei Pole, zwischen denen sich die Motive des Handelns der Menschen bewegen. Der eine Pol, der Selbsterhaltungstrieb, läßt zu, eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu erreichen. Dafür sind Gewalt und Macht erforderlich.  Gewalt und Macht bedeuten letztlich nichts anderes, als anderen Menschen gegen deren Willen und Interessen etwas anzutun.

Der andere Pol, der Arterhaltungstrieb des Menschen, setzt sich nicht mit Gewalt durch, das widerspricht seinem Anliegen, anderen Menschen zu nützen. Deshalb hat er es natürlich schwerer. Er hat nur bei vernünftigen und liebevollen Menschen eine Chance.
 
 
4. Der verfemte Altruismus
Teil dieser Orientierung auf Egoismus und Gewalt ist die Verfemung und Verspottung altruistischer Haltungen. Ich wähle aus der Fülle der Beispiele dieses:
Ingo Appelt, der "Krawall-Komiker" in RTL, wird zitiert:
gefunden in der Fernsehzeitung "TV direkt", Heft 18 / 2006, S. 17
 
"Eigentlich bin ich ein schüchterner, altruistischer und mitleidender Mensch, und um das alles zu überwinden, mache ich die Drecksau auf der Bühne."
 
 
5. Gewalt in der Schule

Nein, ich meine nicht die sekundäre Gewalt der Kinder und Jugendlichen untereinander. Ich meine die primäre Gewalt des Systems Schule als Ganzes!

Ich will diese Behauptung an einem Beispiel aufzeigen: an der musischen Erziehung der Kinder als Gewaltakt:

"Nicht wahr, Mutti, heute muß ich nicht zur Musiktherapie?" hörte ich einen etwa 10jährigen Jungen auf der Straße sagen. Die Beschäftigung mit Musik im Rahmen einer "Therapie" (das ist etwas, das helfen und heilen soll!) wird vom "Objekt" als Zwang empfunden, als äußerer Gewaltakt! Es kennt nur ein Ziel: Zwangvermeidung, Ausbruch, Flucht.

Ein Freund erzählte, wie er in einem Kurs gemalt hat und wie schön das war: ganz ohne Druck, ohne Noten. Niemand habe hinterher gesagt, sein Gemaltes sei "schlecht". Es habe ihm regelrecht Freude bereitet und viel gegeben.
Doch wie sieht es in der Schule aus? Den Schülern, die kein "Naturtalent" sind,  wird durch den Notendruck das "Kreativsein-Müssen auf Kommando" zum unangenehmen  Zwangserlebnis. Noch schlimmer ist dieses Regime jedoch am Ende der Stunde: wenn die Kinder sich dann vielleicht doch dem Malen oder  Gestalten hingegeben haben und ganz vertieft "die Zeit vergessen haben " - dann klingelt es und sie müssen abbrechen: das kann schlimmer sein als aus dem Tiefschlaf geweckt zu werden!

 
6. Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
Eigentlich heißt der berühmte Ausspruch des preußischen Militärstrategen Clausewitz ja:
"Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln."
Sieht man genauer hin, bedeuten beide Sätze trotzdem das gleiche: solange in der Politik das Mittel der Gewalt und des Krieges als Möglichkeit offen gehalten wird, ist die Menschheit noch ganz weit vom Frieden entfernt.
Siehe auch die Seite
Preis des Krieges
 
7. Machtbeben
 - der Bestseller von Alvin Toffler

Herr Alvin Toffler hat ein Buch geschrieben, (nein, es sind sogar drei), in dem er sich Gedanken über die Zukunft macht:
"Machtbeben" ist der Titel und der Untertitel sagt, daß es ihm um
"Wissen, Wohlstand und Macht im 21. Jahrhundert" geht.
Toffler ist sich ganz sicher, daß die Macht zum Wesen der menschlichen Gesellschaft gehört, nur wird sie ihre Formen und Inhalte wandeln: von der physischen und finanziellen Macht hin zur geistigen Macht.
siehe
Quellen

 
Macht wird als "wertneutrales, aus keiner menschlichen Gesellschaft wegzudenkendes Phänomen" bezeichnet.  Dem Wissen als Machtfaktor wird auch deshalb Priorität eingeräumt, weil  "sich mit ihm Gewalt und Reichtum erlangen" lassen.... - DAS ist des Pudels Kern...
Daß es auch anders geht - machtfrei - dazu siehe
Weg + Ziel »
Ideen-Geschichte »
weibl. Ideen
 
   Toffler untersucht nun, wie das bisherige "Machtgefüge" durch das Wissen gesprengt wird, er sucht auch Antwort auf solche Fragen wie:
Wer wird die Macht in der High-Tech-Gesellschaft der Zukunft besitzen? Können die heutigen Eliten ihre Position behaupten? Kommt die "Info-Diktatur"?

Begonnen hat das ganze wohl mit Francis Bacons: "Wissen ist Macht" ...

Ganz sicher gibt es noch sehr viele Bücher  mehr, die sich mit zukünftigen Machtfragen befassen - deshalb ist es beliebig, welche hier als Beispiel genannt werden. Wichtig ist nur, daß man sieht, diese Bücherschreiber liefern den zukünftigen Machthabern sozusagen die Gebrauchsanweisung.

Diese Fragen verdienen eine heftigste und ausführlichste Auseinandersetzung. ... (wird fortgesetzt)
 
 
8.Formen der Macht heute
- eine unvollständige Liste

Macht des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitenden
Macht der Werbung gegenüber allen Menschen
Macht des Herausgebers einer Zeitung gegenüber dem Leser
Macht der Fernsehsender gegenüber dem Zuschauer
Macht der Fahrer mit dem stärkeren Auto gegenüber dem Radfahrer
Macht der Männer gegenüber Frauen
Macht der Produzenten und Händler gegenüber Konsumenten
Macht der Soldaten in einem fremden Land gegen die Bewohner des Landes
Macht der Terroristen weltweit gegen alle
Macht der Kirchen und Religionen gegen Andersgläubige
Macht der Eltern gegen ihre Kinder
Macht des Polizisten gegen den Verbrecher
Macht des Rechtsanwaltes
Macht der Politiker  (? - haben die Macht oder spielen die nur eine Rolle?)
Macht der Wirtschaftsbosse gegen alle

Wo eine Seite Macht hat, ist die andere Seite unterlegen, die betroffenen Menschen sind ihnen ausgeliefert, den Mächtigen, den Starken, den Siegern. Von "Gleichberechtigung" und "Gerechtigkeit" oder gar "Freiheit" und "Demokratie" kann wohl kaum die Rede sein, wenn es Macht gibt.  Das "Recht des Stärkeren" dominiert alle menschlichen Beziehungen, verarmt sie. Vielfalt und Kreativität, die zur Ausgestaltung freier Beziehungen gehören, bleiben auf der Strecke.

Müssen alle diese Beziehungen wirklich von Macht geprägt sein?
Gibt es nicht Beziehungen, die machtfrei besser funktionieren würden?
Wie geht ein Altruist mit der Macht um?
 
9. Macht-Worte

Machtmißbrauch, Machthaber, Übermacht, Gleichgewicht des Schreckens, die Mächtigen dieser Welt, Machtebenen, sich den Mächtigen dieser Welt  andienern, Machtverlust, Machtprobe, ...

Die Macht (die Gewalt) sei gegeben dem gemeinen Volk.
Volk, sprich endlich ein Machtwort!

 
 
Welche Regierung die beste sei?
Die, die uns lehrt, uns selbst zu regieren.
                                                      (Goethe)
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