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15. 03. 2009
Gänseblümchen
Heitere Zukunft
Ein Zukunftsmodell stellt sich vor - Gibt es eine denkbar-machbar beste Zukunft?
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Bilder-Stückelei
Die "atomisierten Bilder"  begegnen uns überall.

Seit Jahren ist ein zunehmender Trend zu erkennen, die Bilderflut durch "Stückelungen" noch intensiver zu machen: Der Fernsehbildschirm ist in Teilbilder eingeteilt, die sich überlappen, schnell wechseln, ineinander übergehen. Die Schnittfolge ist so hoch, daß man zwar etwas gesehen, aber kaum etwas erkannt hat: es bleibt der mehr oder weniger ästhetische  Gesamteindruck.  

Testen Sie einmal eine beliebige Werbesendung oder eine dieser Info-Sendungen oder Talk-Shows: Achten Sie einmal darauf, wie lange eine Kameraeinstellung unverändert bleibt - ohne Bewegung der Kamera, ohne Zoomen, ohne Kamerawechsel oder ohne Bildschnitt. Sie werden bemerken können, daß eine Dauer solcher "Ruhe"-Phasen von mehr als 5 Sekunden immer seltener wird.

Hier stelle ich zur Veranschaulichung nur drei Bildbeispiele vor:
Meine Arbeitsagentur hier in der Lutherstadt Wittenberg ist ein riesiges Gebäude, quadratisch, praktisch, gut, mit einem relativ großen Innenhof, der von  allen vier Seiten umbaut ist mit Büros und Gängen, in denen man sich verirren kann. Sie sehen alle gleich aus.
Auch die Treppenhäuser könnte man verwechseln. Doch glücklicherweise hat jemand sie gekennzeichnet mit Bildern.

Nebenstehendes Foto habe ich im Aufgang zum "Wartebereich" für die Hartz-IV-Empfänger  gemacht.

Zugegeben, was ich Ihnen da zumute, ist nicht gerade schön anzusehen. Informativ sind die beiden Fotos auch nicht.   Wenn man das ganze  Bild des Schloßturmes nicht kennt, kann man mit diesen Bildern nicht viel anfangen. Man sieht weder ein schönes Detailfoto der Turmspitze noch des Turmmantels.  Die Zusammenstellung wirkt willkürlich und sinnlos. Durch die Schrägstellung wird das Unnatürliche der Darstellung noch betont. 
Der Volksmund nennt so etwas wohl "Flickschusterei" und "Sieht aus wie gewollt und nicht gekonnt!"

Deshalb habe ich mich auch sehr bemüht, schönere Beispiele für die Atomisierung der Bilder in der heutigen Zeit zu finden:
  gestückelter Schloßturm Wittenberg
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Für die Webseite des Fernsehsenders arte ist  so ein auf den ersten Blick sehr schönes Bild als Kennzeichen für das Geschichtsmagazin ausgewählt worden.
Erst wenn man sehr genau hinsieht, erkennt  man: das einzige "deutbare" Bild ist der Soldat. Der Soldat als Symbol der Geschichte macht Geschichtsschreibung zur Kriegsbericht-Erstattung. Frieden ist das andere "Stück Geschichte".
Die Schrift als  Symbol der Geschichts-Schreibung macht die nicht aufgeschriebene Geschichte  (oral history) ungeschehen. Ist sie kein "Teil der Geschichte" ?
Der dargestellte Mann macht Geschichte außerdem  zu einer eher Männersache - wieder eine Form von Stückelung und - eng damit verbunden - Wichtung der Geschichte: ein  sichtbares, wichtigeres, besseres Stück und ein unerwähntes, unwichtigeres, schlechteres Stück Geschichte. ...
....  ein Bild sagt mehr als tausend Worte.


arte-Geschichtsbild
Auch im  "Einsteinjahr 2005" wurden wir mit einer Fülle von Bildern überschüttet, die teilweise sehr schön atomisiert waren: besonders bei zusammenhängenden Texten "erleichtert" es das Lesen: man muß genauer hinsehen, man muß "mitdenken", will man den Sinn erfassen. Doch eigentlich reagiert das Unterbewußtsein nur frustriert: "Warum machen die mir das Lesen mit dieser blöden Textanordnung so unnötig schwerer?"
Ach ja, der Text - soll diese Art der Darstellung einen Text etwa "geheimnisvoller" machen?
atomisiertes Einstein-Zitat
Erkennen in Wort und Bild
    Doch  zurück zur atomisierten Bilderfülle und Bilderstückelung, mit der wir überschüttet werden.
Was steckt hinter diesem Konzept? Warum geschieht das alles - scheinbar planlos? Welche Folgen hat die Bilder-Stückelung z. B. für Kinder, deren sich entwickelndes Gehirn noch gar nicht in der Lage ist, diese Überfülle an Informationen zu verarbeiten?
    Auf diese Fragen werde ich   bei der weiteren Gestaltung meiner Website www.freude-am-erkennen.de zu einem späteren Zeitpunkt genauer eingehen, da sie in engem Zusammenhang mit den Fragen des Erkennens schlechthin stehen. 
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