| Einwände und Gegenfragen |
Natürlich kenne ich die Einwände, die dagegen sprechen, und möchte Sie fragen:
Meinen Sie, dieses Bild ist undenkbar,
- Weil die Menschen nicht gut genug für diesen Traum sind, weil "ihr Sinnen und Trachten böse ist von Jugend auf"? - Was macht kleine Kinder böse?
- Weil der Mensch das Gute zwar wollen kann, aber zu schwach ist, sich selbst zu besiegen? Weil er nun einmal seinen Trieben und Gefühlen unkontrolliert ausgeliefert ist? - Sind wirklich alle Menschen immer so?
- Weil die Verhältnisse es nicht zulassen, daß Menschen gut sind? Weil die Verhältnisse die Menschen schlecht machen? - Welche Verhältnisse machen Menschen gut?
Anders gesagt:
Sie sind skeptisch, weil es für Sie unvorstellbar ist, daß es in unserer Gesellschaft vorwiegend heiter, friedlich, freundschaftlich und anteilnehmend-liebevoll zugehen kann. Wenn dieser Umgang miteinander jedoch eines Tages normal sein wird - und das wird er, da bin ich mir ganz sicher - wird man nicht mehr verstehen können, warum Menschen heute so böse, aggressiv, gewalttätig und rücksichtslos waren. |
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| Das unterschätzte Zukunfts-Potential |
Schlimme Prophezeiungen lassen sich besser verkaufen, haben mehr Wirkung als gute Voraussagen. Inzwischen gehört es schon zum guten Ton, "den Teufel an die Wand zu malen". Selbst im besten Fall fehlt - wie mir scheint - der Mut, sich eine so wunderbare und gigantische Vorstellung von Zukunft zu machen, die über alle bisherigen Vorstellungen hinausgeht. Ich denke, daß die meisten unserer Vorstellungen über Zukunft zu ängstlich sind, daß wir unser "Zukunftspotential" weit unterschätzen. Wir haben noch nicht erkannt, daß unsere Möglichkeiten, als Menschheit gemeinsam etwas ganz Großes zu vollbringen, fast unbegrenzt sind. | |
| Die Übermacht der Probleme ... |
Die erdrückende Anzahl und Stärke der Probleme, vor denen die Menschheit heute steht, erweckt den Eindruck, daß es gar nicht genug Menschen, nicht genug Kraft und Geld gibt, sie alle so schnell zu lösen, wie erforderlich ist. Im Gegenteil, trotz aller Anstrengungen der Vielen scheinen die Probleme eher von Jahr zu Jahr anzuwachsen:
Krieg muß aufhören, Gewalt muß aufhören, Armut muß bekämpft werden, Umwelt muß geschützt werden, Arbeitslosigkeit muß überwunden werden. Mißstände in der Wirtschaft und in der Politik müssen aufgezeigt und bekämpft werden ... | |
| ... und das Konzept der Verneinung von Gegenwart |
... - alles erscheint als "Muß", nur als Kampf, als ein "Den-Problemen- Hinterherrrennen". Zukunft zu gestalten scheint etwas unglaublich mühevolles, anstrengendes und ernsthaftes zu sein. Da diese Kämpfe gegen Mißstände sich jeweils auf einzelnes konzentrieren, sind sie zu schwach, um wirklich etwas bewegen zu können.
Letztendlich laufen diese vielen Gedanken lediglich auf eines hinaus: auf die "Verneinen von Gegenwart".
Es gibt keine wirklich positive Alternative, die die Menschen begeistert, so wie es frühere Ideen taten. Und wenn es Vorstellungen gibt, dann sind sie theoretisch, elitär, unverständlich - und das schlimmste: sie sind langweilig.
- Es sind immer nur wenige, zu wenige, die sich engagieren - sie alle hoffen auf irgendetwas, einen zündenden Funken, der die anderen begeistert und mitreißt ... - und dann, ja, dann wird es schon "irgendwie" weitergehen.
Nichts genaues weiß man nicht - Egon, wo ist dein Plan? |
Egon kennen Sie doch - den von der Ohlsenbande: der Plan war prächtig, nur in der Praxis lief dann alles schief ...
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| Katastrophen-Theoretiker |
Der Extremfall dieser Denkungsart besagt, auf dem Weg in diese bessere Zukunft kämen wir nicht ohne Katastrophen und Gewalt aus: für sie heißt das dann "Revolutionstheorie" und sie grüßen sich noch heute mit "Rot Front!" Ich werde ihnen an geeigneter Stelle dieser Website ein Denkmal setzen, diesen ewig-gestrigen Revolutions-Nostalgikern.
Nirgends ist die Rede von Freude, Spaß, Vergnügen, Begeisterung, Lust, Lachen, Spiel, wenn es um Zukunftsfragen geht. Das ist das eigentliche Problem aller Zukunftsdiskussionen. | Wie sagte doch Josef Beuys?
"Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?" |
| Der Turmbau zu Babel - einmal anders gelesen |
Der Turmbau zu Babel aus der Bibel ist allgemein bekannt: Menschen beschlossen, einen Turm zu bauen, der in den Himmel reicht. Sie hofften, damit "Gott gleich" zu werden. Doch dieser Gott sorgte für Spachverwirrung unter ihnen. Ein Detail an dieser Geschichte ist besonders bemerkenswert: "Gott sah, daß sie ein einig Volk sind und eine Sprache sprechen" und daß ihnen nun "nichts mehr unmöglich ist, was sie sich auch vornehmen mögen".
Mit anderen Worten:
Wir können alles erreichen, was wir uns vornehmen, einfach ALLES: wir könnten - wenn wir das wollten - also auch eine "heitere Zukunft" erreichen....
Noch anders ausgedrückt: die Vernichtung der Menschheit ist möglich, auch ohne daß wir "eine Sprache sprechen" oder weil wir uns gegenseitig feind sind. Mit einer gemeinsamen Sprache ist uns jedoch "besseres vergönnt".
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Ist dieses uralte Gleichnis aus der Bibel nicht ein versteckter Hinweis darauf, daß die Menschen ihre besten Ziele erreichen können, wenn sie sich nur einig sind? |
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| Eine verbindende Idee muß her |
Diese Erkenntnis aus der Bibel sollte uns doch zu denken geben? Ein "einig Volk sein" und "eine Sprache sprechen" - ist das heute wirklich eine Utopie? Oder läßt sich doch ein "Konsens" finden? Ist etwas denkbar, das alle Menschen der Erde verbinden könnte - etwas besseres als die Angst vor einer Invasion extraterrestrischer Intelligenz oder einer Klimakatastrophe? Kann es nicht auch eine "positive" verbindende Idee geben?
Ich bin mir sicher, daß die "heitere Zukunft" eine solche Idee sein kann. Nun liegt es an Ihnen - wenn Sie meinen, wir könnten diese Idee ausprobieren, dann machen Sie doch mit! |
Übrigens meine ich das mit der "einen Sprache" auch ganz praktisch: in Menschheit mache ich einen Vorschlag für eine globale Zeichensprache für ganz wenige, die allerwichtigsten Worte, sich verständlich zu machen. |
| Learning by doing |
Das Paradoxe bei aller heutiger "Konzeptionslosigkeit in Kozeptionsvielfalt" ist, daß die "heitere Zukunft" überhaupt keinen Plan im herkömmlichen Sinne benötigt, kein "Manifest" und keine Parteiprogramme. Die heitere Zukunft entsteht parallel in den Köpfen und im wirklichen Leben. Ihr Konzept konkretisiert sich erst allmählich, in ständigem Austausch zwischen Erfahrungen und den Zielen und Wünschen der Menschen.
Denn - siehe oben - es wird ein "Spielplatz", ein großes Experiment, ein wundervolles Kunstwerk, ein Weg, der sich beim Gehen auftut ...
Ich stelle es mir so vor wie eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. | |
| Die "Keime des Neuen" erkennen |
In diesem Sinne "ist Zukunft bereits in der Gegenwart enthalten", gibt es bereits heute Projekte, Ideen, Experimente, die zukunftsfähig sind, die ausprobieren, was in Zukunft sinnvoll sein könnte, in denen sich bereits heute zeigt, wie das zukünftige Leben der Menschheit aussehen könnte. Wenn man mit wachen Augen durch unsere Leben geht, wird man vieles finden, das bereits heute auf Zukunft verweist.
Am besten, man fragt sich bei allem:
Was von dem, was wir an Altem und Neuem erleben, möchte ich auch in der Zukunft haben - und was nicht? Was ist wirklich brauchbar für die Zukunft der Menschheit, was ist unbrauchbar oder gar zerstörerisch? | siehe auch in
Weg und Ziel »
Keime d. Neuen |
Im Grunde müßte schon das Wort "heitere Zukunft" allein genügen, daß sich jeder sein eigenes Bild von ihr machen kann. Ich bin mir sicher, daß diese vielen unterschiedlichen Bilder verschiedener Menschen sehr viele Übereinstimmungen zeigen. Manchmal stelle ich mir vor, alle Menschen, die von dieser "heiteren Zukunft" hören, fangen einfach an, das zu tun, was sie sich darunter vorstellen ... |
Ihre
Brunhild Krüger
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